Algebra / Terme & Gleichungen
Quadratische Gleichungen
Von x² = a bis zur p-q-Formel: alle Lösungswege für Gleichungen zweiten Grades.
Benötigte Grundlagen
Diese Themen kommen in diesem Kapitel vor und wurden vorher schon erklärt. Wenn dir eines davon unsicher vorkommt, frisch es kurz auf, sonst leg direkt los.
Einführung
Ein Ball fliegt in hohem Bogen, wann landet er? Ein rechteckiger Garten mit 60 m² soll 4 m länger als breit sein, welche Maße hat er? Solche Fragen führen auf mit : quadratische Gleichungen. Sie haben bis zu zwei Lösungen, und mit der p-q-Formel bekommst du einen Generalschlüssel für alle.
Das kannst du nach diesem Kapitel
reinquadratische () lösen.
Gleichungen mit dem Satz vom Nullprodukt durch Faktorisieren lösen.
die p-q-Formel anwenden, inklusive Normalform-Herstellung.
an der Diskriminante die Anzahl der Lösungen erkennen.
Lösungen mit dem Satz von Vieta kontrollieren.
Warum eine quadratische Gleichung zwei Lösungen haben kann
wie kennst du aus Klasse 7: Sie haben genau eine Lösung. Bei quadratischen ist das anders, und der Grund steckt schon im einfachsten Fall.
Der einfachste Fall:
Solche Gleichungen heißen reinquadratisch, weil nur vorkommt und kein einzelnes . Nimm
Gefragt ist: Welche Zahl ergibt quadriert ? Und hier gibt es zwei richtige Antworten:
Die zweite wird oft vergessen. Sie stimmt aber, weil beim Quadrieren einer negativen Zahl die beiden Minuszeichen verschwinden. Deshalb schreibst du beide Lösungen auf:
Achtung, hier lauert die Verwechslung aus dem Wurzelkapitel: Das Zeichen allein bedeutet nur . Das Plusminus gehört nicht zur . Es entsteht daraus, dass die Gleichung zwei Lösungen hat. Du musst es selbst setzen.
Drei Fälle, und alle drei ergeben Sinn
| Gleichung | Lösungen | Warum |
|---|---|---|
| (positive Zahl) | zwei: | zwei Zahlen ergeben quadriert |
| eine: | nur | |
| (negative Zahl) | keine | kein ist negativ |
Der letzte Fall ist keine Panne, sondern eine echte Antwort: Die Lösungsmenge ist leer, . Genau derselbe Gedanke wie beim Wurzelziehen. Dort war nicht definiert, hier hat die Gleichung eben keine Lösung.
Behalte diese Dreiteilung im Kopf. Sie kommt am Ende des Kapitels als „Diskriminante" wieder, dann für beliebige quadratische Gleichungen.
Der Satz vom Nullprodukt: ein Produkt, das null wird
Manche kann man ohne jede Formel lösen, wenn man einen bestimmten Gedanken kennt. Schau dir an:
Hier steht ein Produkt (etwas mal etwas), und das Ergebnis soll sein. Wann passiert das?
Die Überlegung
Multipliziere zwei Zahlen, die beide nicht null sind: , . Es kommt nie heraus. Zwei Beispiele beweisen aber noch nichts, begründen lässt es sich so:
Nimm an, ein Produkt ist null, und der erste Faktor ist nicht null. Dann darfst du die ganze Gleichung durch teilen: verboten ist ja nur das Teilen durch null:
Im letzten Schritt steckt eine Regel aus Klasse 5: Null geteilt durch irgendeine Zahl (außer null) bleibt null. Und damit sind wir fertig, denn mehr Fälle gibt es nicht. Entweder ist der erste Faktor null, oder er ist es nicht, und dann muss der zweite null sein. Das ist der Satz vom Nullprodukt:
Ein Produkt ist genau dann null, wenn mindestens ein Faktor null ist.
Das „genau dann" enthält zwei Richtungen, und du brauchst beide. Die eine haben wir eben begründet: Produkt null ein Faktor null. Das ist die Richtung, mit der man Gleichungen löst. Die andere ist die einfache: Ist irgendein Faktor null, dann ist auch das ganze Produkt null, denn Malnehmen mit null ergibt immer null.
Was das für die Gleichung bedeutet
Damit zerfällt die schwierige Gleichung in zwei einfache. Entweder ist der erste Faktor null, oder der zweite:
Die Lösungen sind also und , gefunden im Kopf, ohne Formel.
Deshalb lohnt sich Faktorisieren
Der Satz hilft nur bei einem Produkt. Steht die Gleichung als Summe da, kannst du sie manchmal in ein Produkt verwandeln, mit den Techniken aus Klasse 8:
, wenn kein Zahlenglied dasteht:
Dritte , wenn ein minus ein Quadrat dasteht:
Ein häufiger Fehler beim Ausklammern: Bei viele beide Seiten durch und erhalten nur . Damit ist die Lösung verloren gegangen, denn durch darf man nur teilen, wenn ist, und genau das ist hier ja fraglich. Bringe deshalb immer alles auf eine Seite und klammere aus, statt zu kürzen.
Das ist übrigens derselbe Vorbehalt wie oben in der Begründung, nur einmal richtig und einmal falsch angewendet: Dort haben wir den Fall „erster Faktor gleich null" ausdrücklich mitbehandelt, hier fällt er beim Kürzen stillschweigend unter den Tisch, und mit ihm eine Lösung.
Der schwierige Fall: und die Idee, die ihn löst
Jetzt kommt der Fall, an dem die bisherigen Tricks scheitern:
Warum ist das schwierig? Das kommt zweimal vor, und zwar in verschiedenen Formen: einmal als , einmal als . Beim Lösen linearer hast du immer isoliert. Das geht hier nicht, denn du kannst und nicht zusammenfassen (es sind keine gleichartigen Glieder). hilft auch nicht, weil die kein enthält.
Die entscheidende Idee
Es gibt einen Fall, den wir bereits lösen können: eine Gleichung, in der nur einmal vorkommt, nämlich in einem . So etwas wie
Das kannst du sofort knacken: ziehen (mit !), dann die abziehen. Die Frage ist also nicht „wie löse ich ", sondern:
Kann ich in ein Quadrat verwandeln?
Wie man ein Quadrat erkennt
Erinnere dich an die erste aus Klasse 8:
Vergleiche das mit unserem . Beide fangen mit an. Das mittlere Glied ist bei uns , in der Formel . Damit beide übereinstimmen, muss gelten
Das ist der Schlüsselgedanke des ganzen Kapitels: Du nimmst die Hälfte der Zahl vor dem . Dann passt , fast. Denn dort steht ein , das wir gar nicht haben.
Quadratische Ergänzung
Also holen wir uns die dazu und nehmen sie im selben Atemzug wieder weg. Das ist erlaubt, weil ist und Addieren von Null nichts verändert:
Dieses Vorgehen heißt quadratische Ergänzung. Das Bild unten zeigt, warum es genau so funktionieren muss: Der Streifen wird auf zwei Seiten des -Quadrats verteilt (jeder breit, daher die Hälfte von ), und zur vollständigen Quadratform fehlt dann genau die kleine Ecke .
Damit wird aus unserer Gleichung:
Und jetzt ist es der einfache Fall von oben. Wurzel ziehen, mit beiden Vorzeichen:
Probe (immer machen): ✓
Und die Parabel-Grafik weiter unten zeigt dieselbe Gleichung noch einmal von der Bildseite: Die beiden Lösungen sind genau die Stellen, an denen die Kurve die -Achse schneidet.
Warum ausgerechnet die Hälfte von ? Das Bild zeigt als : das grüne und der Streifen , aber auf zwei Seiten verteilt, jeder also breit. Dadurch entsteht eine L-Form. Zum vollständigen Quadrat mit der Seite fehlt genau die gelbe Ecke . Deshalb ergänzt man , und zieht es sofort wieder ab, damit sich der Wert nicht ändert.
Denk weiter: Alle Beispiele dieses Kapitels haben eine gerade Zahl vor dem x. Wie ergänzt du bei x-Quadrat plus 5x zum vollständigen Quadrat, und geht das überhaupt?
Versuch es erst selbst, und lass dich vom Komma nicht abschrecken.
Die Regel bleibt Wort für Wort dieselbe: Nimm die Hälfte der Zahl vor dem und quadriere sie. Die Hälfte von ist , eine ganz normale Zahl. Nirgends in der Herleitung steht, dass sie ohne Komma sein muss: Sie kam aus , und diese lässt sich nach auflösen, egal welches dasteht.
Also ergänzt du mit :
Probe durch Ausmultiplizieren: ✓
Ein Tipp aus der Praxis: Schreib die Hälfte lieber als , also und . Beim Quadrieren von verrechnet man sich schnell, ist und nicht . Brüche sind da gutmütiger.
Und warum das wichtig ist: Genau deshalb steht in der p-q-Formel gleich unten und nicht „das der Hälfte, falls gerade ist". Die geraden Zahlen in den Beispielen sind nur bequem gewählt. Sie sind keine Bedingung. Probier es an :
Vieta-Check: Summe ✓, Produkt ✓
zwei Lösungen (D > 0)
als : Der Scheitel liegt unter der x-Achse, die Parabel schneidet sie an zwei Stellen, die beiden Lösungen und . Hier ist .
Aus der Idee wird die p-q-Formel
Die quadratische Ergänzung funktioniert immer, aber sie ist jedes Mal etwas Arbeit. Deshalb machen wir sie jetzt ein einziges Mal mit Buchstaben statt mit Zahlen. Das Ergebnis ist eine Formel, in die du danach nur noch einsetzen musst.
Die Ausgangslage: die Normalform
Wir schreiben die allgemeine so, dass vor dem eine 1 steht. Diese Gestalt heißt Normalform:
Dabei ist die Zahl vor dem und das Zahlenglied. (Steht vor dem etwas anderes als , teilst du zuerst die ganze Gleichung dadurch, dazu unten mehr.)
Dieselben Schritte wie eben, nur mit Buchstaben
Die Hälfte von ist . Das ist unser . Also ergänzen wir mit und ziehen es gleich wieder ab:
Jetzt ziehen, mit , weil es zwei Lösungen geben kann:
Das ist die p-q-Formel. Sie ist kein Zauberspruch, den man glauben muss. Sie ist die quadratische Ergänzung, einmal allgemein durchgerechnet. Wenn du die Formel im Test vergisst, kannst du jede Aufgabe immer noch mit quadratischer Ergänzung lösen.
Ausprobieren an der bekannten Gleichung
hat und :
Also und , dieselben Lösungen wie oben, nur schneller.
Die Falle: erst Normalform, dann einsetzen
Hier ist nicht ! Vor dem steht eine , also ist das noch keine Normalform. Teile zuerst die ganze Gleichung durch , jedes Glied, auch die :
Wer das Teilen vergisst, setzt falsche Werte ein und bekommt systematisch falsche Ergebnisse. Erster Blick bei jeder Aufgabe: Steht vor dem eine 1?
Und die Vorzeichen: und werden mit ihrem Vorzeichen übernommen. Bei ist (nicht ), also .
Die Diskriminante: die Anzahl der Lösungen vorhersagen
In der p-q-Formel steht eine . Und aus dem Wurzelkapitel weißt du: Unter der Wurzel darf nichts Negatives stehen. Genau daran hängt, wie viele Lösungen es gibt.
Der Ausdruck unter der Wurzel bekommt deshalb einen eigenen Namen: Diskriminante (von lateinisch discriminare = unterscheiden):
Die drei Fälle
- : Die Wurzel liefert eine positive Zahl. Einmal wird sie addiert, einmal subtrahiert → zwei verschiedene Lösungen.
- : Die Wurzel ist . Dann ist dasselbe wie → genau eine Lösung (man nennt sie doppelte Lösung).
- : Es müsste die Wurzel aus einer negativen Zahl gezogen werden. Die gibt es nicht → keine reelle Lösung.
Das ist genau die Dreiteilung von vom Kapitelanfang, jetzt für beliebige quadratische .
Was das im Bild bedeutet
Jede quadratische Gleichung gehört zu einer (dem Graphen von ). Die Lösungen der Gleichung sind die Stellen, an denen ist, also die , die Schnittpunkte mit der -Achse.
Ein Wort brauchst du dafür noch: Der Scheitel ist der Punkt, an dem die Parabel umkehrt, bei einer nach oben geöffneten Parabel also ihr tiefster Punkt. (Nicht zu verwechseln mit dem eines aus Klasse 6: gleiches Wort, anderer Gegenstand.) Alles Weitere über Parabeln kommt im nächsten Kapitel; hier genügt dieser eine Punkt, denn an ihm allein hängt, wie oft die Kurve die -Achse trifft. Das zeigen die drei Parabel-Bilder dieses Kapitels: Das erste steht schon weiter oben (zwei Lösungen), die beiden anderen folgen gleich unter diesem Abschnitt.
- : Der Scheitel liegt unter der Achse, die Parabel schneidet sie zweimal.
- : Der Scheitel liegt genau auf der Achse, die Parabel berührt sie einmal.
- : Der Scheitel liegt über der Achse (bei nach oben geöffneter Parabel), die Achse wird nie erreicht.
Wozu das nützlich ist: Du kannst zuerst allein ausrechnen. Kommt etwas Negatives heraus, bist du fertig, „keine reelle Lösung", und musst nicht weiterrechnen. Und in Aufgaben vom Typ „für welches hat die Gleichung genau eine Lösung?" setzt du einfach .
eine Lösung (D = 0)
Liegt der Scheitel genau auf der x-Achse, berührt die sie nur. Es gibt eine (doppelte) Lösung. Hier mit . Das entspricht .
keine Lösung (D < 0)
Liegt der Scheitel über der x-Achse (bei Öffnung nach oben), wird sie nie erreicht, keine reelle Lösung. Hier . Das entspricht .
Der Satz von Vieta, die Kontrolle in fünf Sekunden
Zum Schluss ein Werkzeug, das dir in Klassenarbeiten Punkte rettet. Es beantwortet die Frage: Habe ich mich verrechnet?
Zwei überraschende Zusammenhänge
Addiere die beiden Lösungen unserer Beispielgleichung (dort war , , , ):
Und jetzt multipliziere sie:
Das ist kein Zufall dieses Beispiels, sondern gilt immer. Das ist der Satz von Vieta:
Warum das stimmt
Du kannst es direkt aus der p-q-Formel ablesen. Die beiden Lösungen unterscheiden sich nur im Vorzeichen vor der . Nenne die Wurzel kurz , dann ist und .
Summe, die Wurzel hebt sich weg:
Produkt. Hier hilft die dritte mit :
Im letzten Schritt wurde eingesetzt, was ist: das war ja die Wurzel aus , also ist genau dieser Ausdruck.
So benutzt du es
Rechne nach dem Lösen kurz Summe und Produkt deiner beiden Ergebnisse aus und vergleiche mit und . Stimmt beides, ist deine Lösung fast sicher richtig. Stimmt etwas nicht, hast du einen Rechenfehler, bevor du das Blatt abgibst.
Und ein Bonus: Bei einfachen findest du die Lösungen damit sogar im Kopf. Bei suchst du zwei Zahlen mit Summe und Produkt . Das sind und .
Warum du dich auf dieses Raten verlassen darfst. Hier wird Vieta nämlich rückwärts benutzt. Bewiesen haben wir oben: sind und die Lösungen, dann ist die Summe und das Produkt . Gebraucht wird jetzt die Gegenrichtung, und die musst du nicht glauben, du kannst sie mit dem Satz vom Nullprodukt vom Kapitelanfang selbst nachprüfen. Multipliziere die geratenen Zahlen als Klammern aus:
Deine Gleichung heißt also in Wahrheit . Ein Produkt ist genau dann null, wenn ein Faktor null ist, und das sind hier genau und . Damit sind die geratenen Zahlen tatsächlich die Lösungen, und weitere gibt es nicht.
p-q-Formel komplett
Löse die .
- 1
Schauen wir zuerst, was wir vor uns haben. Es kommt vor, also ist es eine quadratische Gleichung. Rechts steht schon . Das ist gut, denn die p-q-Formel setzt genau das voraus.
Aber Vorsicht: Vor dem steht eine . Das ist noch keine Normalform, wir dürfen die Formel also noch nicht anwenden.
- 2
Erster Schritt: Normalform herstellen. Die p-q-Formel gilt nur für , also mit einer vor dem . Deshalb teilen wir die ganze Gleichung durch , jedes einzelne Glied, auch die :
Warum ist das erlaubt? Beide Seiten durch dieselbe Zahl zu teilen ist eine , die Lösungen ändern sich dadurch nicht.
- 3
Zweiter Schritt: und ablesen, mit Vorzeichen. Vergleiche Glied für Glied mit :
Das ist negativ, weil in der Gleichung steht. Diese Vorzeichen mitzunehmen ist der häufigste Stolperstein.
- 4
Dritter Schritt: einsetzen. Wir schreiben die Formel auf und ersetzen und :
- 5
Vierter Schritt: von innen nach außen vereinfachen. Zuerst die :
Dann das und das doppelte Minus (minus ein Minus ergibt plus):
Damit steht unter der :
- 6
Fünfter Schritt: Wurzel ziehen und aufspalten. , also
Weil ist, gibt es zwei Lösungen. Jetzt rechnen wir die beiden Fälle getrennt aus:
- 7
Sechster Schritt: kontrollieren. Der Vieta-Check dauert fünf Sekunden und findet fast jeden Rechenfehler. Erwartet wird Summe und Produkt :
Beides stimmt. (Wer möchte, kann zusätzlich in die ursprüngliche Gleichung einsetzen: ✓)
Die Lehre aus dieser Aufgabe: Der erste Blick geht immer auf den Faktor vor dem . Steht dort nicht , wird zuerst geteilt, sonst sind alle folgenden Schritte wertlos.
Nullprodukt statt Formel
Löse möglichst geschickt: a) b)
- 1
Bevor wir rechnen, schauen wir hin. Man könnte beide Aufgaben mit der p-q-Formel lösen. Aber beiden fehlt etwas, und genau das macht sie einfacher:
- Bei a) fehlt das Zahlenglied ().
- Bei b) fehlt das einzelne ().
In solchen Fällen ist Faktorisieren schneller und weniger fehleranfällig.
- 2
a) Was haben beide Glieder gemeinsam? In und in steckt jeweils ein . Also können wir ausklammern:
Jetzt steht links ein Produkt, das ergeben soll.
- 3
Satz vom Nullprodukt anwenden. Ein Produkt ist genau dann null, wenn mindestens ein Faktor null ist. Also zerfällt die Aufgabe in zwei einfache :
Der klassische Fehler hier: Viele teilen die Ausgangsgleichung durch und erhalten nur . Damit ist die Lösung verschwunden, denn durch darf man nur teilen, wenn ist, und genau das ist hier ja die offene Frage.
- 4
b) Welche Struktur steckt hier? ist eine Differenz zweier , denn . Dafür gibt es die dritte :
Wieder ein Produkt, wieder der Satz vom Nullprodukt:
- 5
Der zweite Weg bei b). Beide sind richtig. Man kann auch einfach umstellen und die Wurzel ziehen:
Für Anfänger ist dieser Weg meist der bequemere. Wichtig ist nur, das nicht zu vergessen, sonst fehlt die halbe Lösung.
a) · b)
Lösungsweg-Radar für die Klassenarbeit: Kein Zahlenglied → . Kein einzelnes → ziehen. Beides vorhanden → p-q-Formel.
Sachaufgabe Garten
Ein rechteckiger Garten ist länger als breit und hat den . Berechne die Seitenlängen.
- 1
Zuerst: was ist gegeben, was gesucht? Gegeben ist die Fläche () und ein Zusammenhang zwischen den Seiten („ länger als breit"). Gesucht sind beide Seitenlängen.
Wir haben also zwei unbekannte Größen, aber wir brauchen nur eine , weil die zweite von der ersten abhängt.
- 2
Die Unbekannte festlegen. Es ist geschickter, die kleinere Größe als zu wählen, dann bleibt die andere ohne Minuszeichen:
„ länger als breit" bedeutet: Nimm die Breite und addiere . Prüfe solche Formulierungen an einem Zahlenbeispiel: Wäre die Breite , wäre die Länge ✓
- 3
Welche Formel passt? Gefragt ist der Flächeninhalt eines , also (Klasse 5). Einsetzen:
- 4
Auf Normalform bringen. Für die p-q-Formel brauchen wir die Gestalt . Also erst ausmultiplizieren, dann alles auf eine Seite:
Ablesen: , .
- 5
p-q-Formel anwenden.
- 6
Jetzt der wichtigste Schritt bei Sachaufgaben: die Lösungen am Sachverhalt prüfen. Die Mathematik liefert zwei Lösungen, aber ist hier eine Breite:
- : eine Breite von , möglich ✓
- : eine Breite von . Es gibt keine negativen Längen ✗
Also fällt weg. Nicht weil die Rechnung falsch war, sondern weil die Situation es ausschließt. Diesen Satz erwartet die Lehrkraft in der Klassenarbeit.
- 7
Die zweite Größe berechnen und Einheiten setzen. Gesucht waren beide Seiten:
Probe am Text (nicht an der Gleichung, so entdeckst du auch Ansatzfehler): Ist die Länge größer als die Breite? ✓ Und ist die Fläche ? ✓
Der Garten ist breit und lang.
Das Muster jeder Sachaufgabe: Unbekannte festlegen → Text in eine übersetzen → lösen → beide Lösungen am Kontext prüfen → Antwortsatz mit Einheiten.
Typischer Fehler
. Fertig.
Auch ! Reinquadratische haben (für positive rechte Seite) zwei Lösungen: . Die halbe Lösungsmenge kostet in Arbeiten Punkte, und in Sachaufgaben entscheidet erst der Kontext, ob die negative Lösung wegfällt.
Typischer Fehler
mit , in die p-q-Formel …
Die p-q-Formel gilt nur für die Normalform mit dem Koeffizienten 1 vor ! Erst durch 3 teilen: , dann , → , also und . Wer das Teilen vergisst, bekommt systematisch falsche Werte.
Übung 1
leichtLöse: a) b) c)
Tipp anzeigen
c) Kann ein negativ sein?
Lösung anzeigen
a)
b)
c) → keine Lösung ()
Detaillierte Schritterklärung anzeigen
Hier wird jeder Schritt einzeln erklärt, vor allem, warum er gemacht wird.
✦ Empfohlen: Standard – Die normale Erklärungstiefe passt zum Einstieg.
- 1
a) Reinquadratisch: beide Wurzeln
: Gesucht sind ALLE Zahlen, deren Quadrat ist, und , kurz .
- 2
b) Erst umstellen, dann wurzeln
.
- 3
c) Wenn das Quadrat negativ sein müsste
: Ein Quadrat ist nie negativ, keine Lösung, .
Übung 2
mittelLöse mit der p-q-Formel und mache den Vieta-Check:
Tipp anzeigen
, also .
Lösung anzeigen
,
Vieta: ✓, ✓
Detaillierte Schritterklärung anzeigen
Hier wird jeder Schritt einzeln erklärt, vor allem, warum er gemacht wird.
✦ Empfohlen: Standard – Die normale Erklärungstiefe passt zum Einstieg.
- 1
p und q identifizieren
Normalform mit , , die p-q-Formel: .
- 2
Formel auswerten
→ , .
Zwischenergebnis
- 3
Vieta-Check
Vieta: ✓ und ✓.
Übung 3
schwerFür welchen Wert von hat die genau eine Lösung? Wie lautet sie?
Tipp anzeigen
Diskriminante gleich null setzen.
Lösung anzeigen
Die Gleichung wird → einzige Lösung .
Detaillierte Schritterklärung anzeigen
Hier wird jeder Schritt einzeln erklärt, vor allem, warum er gemacht wird.
✦ Empfohlen: Standard – Die normale Erklärungstiefe passt zum Einstieg.
- 1
Die Diskriminante steuert die Lösungsanzahl
In entscheidet der Wurzelinhalt : Genau EINE Lösung gibt es, wenn , dann fallen und zusammen.
- 2
q aus D = 0 bestimmen
.
Zwischenergebnis
- 3
Die Lösung selbst und der Binom-Blick
Mit : → einzige Lösung .
Zusammenfassung
Quadratische haben bis zu zwei Lösungen: löst die (±!), Produkte löst der Satz vom Nullprodukt, und alles andere die p-q-Formel, nach Herstellung der Normalform. Die Diskriminante zählt die Lösungen vorab, Vieta prüft sie hinterher, und Sachkontexte sortieren unpassende Lösungen aus.


