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Algebra / Terme & Gleichungen

Quadratische Gleichungen

Von x² = a bis zur p-q-Formel: alle Lösungswege für Gleichungen zweiten Grades.

Benötigte Grundlagen

Diese Themen kommen in diesem Kapitel vor und wurden vorher schon erklärt. Wenn dir eines davon unsicher vorkommt, frisch es kurz auf, sonst leg direkt los.

Einführung

Ein Ball fliegt in hohem Bogen, wann landet er? Ein rechteckiger Garten mit 60 m² soll 4 m länger als breit sein, welche Maße hat er? Solche Fragen führen auf mit x2x^2: quadratische Gleichungen. Sie haben bis zu zwei Lösungen, und mit der p-q-Formel bekommst du einen Generalschlüssel für alle.

Das kannst du nach diesem Kapitel

  • reinquadratische (x2=ax^2 = a) lösen.

  • Gleichungen mit dem Satz vom Nullprodukt durch Faktorisieren lösen.

  • die p-q-Formel anwenden, inklusive Normalform-Herstellung.

  • an der Diskriminante die Anzahl der Lösungen erkennen.

  • Lösungen mit dem Satz von Vieta kontrollieren.

Warum eine quadratische Gleichung zwei Lösungen haben kann

wie 3x+7=223x + 7 = 22 kennst du aus Klasse 7: Sie haben genau eine Lösung. Bei quadratischen ist das anders, und der Grund steckt schon im einfachsten Fall.

Der einfachste Fall: x2=ax^2 = a

Solche Gleichungen heißen reinquadratisch, weil nur x2x^2 vorkommt und kein einzelnes xx. Nimm

x2=49x^2 = 49

Gefragt ist: Welche Zahl ergibt quadriert 4949? Und hier gibt es zwei richtige Antworten:

72=49und(−7)2=497^2 = 49 \qquad\text{und}\qquad (-7)^2 = 49

Die zweite wird oft vergessen. Sie stimmt aber, weil beim Quadrieren einer negativen Zahl die beiden Minuszeichen verschwinden. Deshalb schreibst du beide Lösungen auf:

x1=7x2=−7kurz: x=±49x_1 = 7 \qquad x_2 = -7 \qquad \text{kurz: } x = \pm\sqrt{49}

Achtung, hier lauert die Verwechslung aus dem Wurzelkapitel: Das Zeichen 49\sqrt{49} allein bedeutet nur 77. Das Plusminus gehört nicht zur . Es entsteht daraus, dass die Gleichung zwei Lösungen hat. Du musst es selbst setzen.

Drei Fälle, und alle drei ergeben Sinn

GleichungLösungenWarum
x2=49x^2 = 49 (positive Zahl)zwei: ±7\pm 7zwei Zahlen ergeben quadriert 4949
x2=0x^2 = 0eine: 00nur 0⋅0=00 \cdot 0 = 0
x2=−4x^2 = -4 (negative Zahl)keinekein ist negativ

Der letzte Fall ist keine Panne, sondern eine echte Antwort: Die Lösungsmenge ist leer, L={}L = \{\}. Genau derselbe Gedanke wie beim Wurzelziehen. Dort war −4\sqrt{-4} nicht definiert, hier hat die Gleichung eben keine Lösung.

Behalte diese Dreiteilung im Kopf. Sie kommt am Ende des Kapitels als „Diskriminante" wieder, dann für beliebige quadratische Gleichungen.

Der Satz vom Nullprodukt: ein Produkt, das null wird

Manche kann man ohne jede Formel lösen, wenn man einen bestimmten Gedanken kennt. Schau dir an:

x⋅(x−5)=0x \cdot (x - 5) = 0

Hier steht ein Produkt (etwas mal etwas), und das Ergebnis soll 00 sein. Wann passiert das?

Die Überlegung

Multipliziere zwei Zahlen, die beide nicht null sind: 3⋅7=213 \cdot 7 = 21, (−2)⋅0,5=−1(-2) \cdot 0{,}5 = -1. Es kommt nie 00 heraus. Zwei Beispiele beweisen aber noch nichts, begründen lässt es sich so:

Nimm an, ein Produkt a⋅ba \cdot b ist null, und der erste Faktor ist nicht null. Dann darfst du die ganze Gleichung durch aa teilen: verboten ist ja nur das Teilen durch null:

a⋅b=0∣  :a⟹b=0a=0a \cdot b = 0 \qquad\big|\; : a \qquad\Longrightarrow\qquad b = \frac{0}{a} = 0

Im letzten Schritt steckt eine Regel aus Klasse 5: Null geteilt durch irgendeine Zahl (außer null) bleibt null. Und damit sind wir fertig, denn mehr Fälle gibt es nicht. Entweder ist der erste Faktor null, oder er ist es nicht, und dann muss der zweite null sein. Das ist der Satz vom Nullprodukt:

Ein Produkt ist genau dann null, wenn mindestens ein Faktor null ist.

Das „genau dann" enthält zwei Richtungen, und du brauchst beide. Die eine haben wir eben begründet: Produkt null ⇒\Rightarrow ein Faktor null. Das ist die Richtung, mit der man Gleichungen löst. Die andere ist die einfache: Ist irgendein Faktor null, dann ist auch das ganze Produkt null, denn Malnehmen mit null ergibt immer null.

Was das für die Gleichung bedeutet

Damit zerfällt die schwierige Gleichung in zwei einfache. Entweder ist der erste Faktor null, oder der zweite:

x=0oderx−5=0  ⇒  x=5x = 0 \qquad\text{oder}\qquad x - 5 = 0 \;\Rightarrow\; x = 5

Die Lösungen sind also x1=0x_1 = 0 und x2=5x_2 = 5, gefunden im Kopf, ohne Formel.

Deshalb lohnt sich Faktorisieren

Der Satz hilft nur bei einem Produkt. Steht die Gleichung als Summe da, kannst du sie manchmal in ein Produkt verwandeln, mit den Techniken aus Klasse 8:

, wenn kein Zahlenglied dasteht:

x2−7x=0  ⇒  x(x−7)=0  ⇒  x1=0,  x2=7x^2 - 7x = 0 \;\Rightarrow\; x(x - 7) = 0 \;\Rightarrow\; x_1 = 0,\; x_2 = 7

Dritte , wenn ein minus ein Quadrat dasteht:

x2−9=0  ⇒  (x+3)(x−3)=0  ⇒  x1=−3,  x2=3x^2 - 9 = 0 \;\Rightarrow\; (x + 3)(x - 3) = 0 \;\Rightarrow\; x_1 = -3,\; x_2 = 3

Ein häufiger Fehler beim Ausklammern: Bei x2=7xx^2 = 7x viele beide Seiten durch xx und erhalten nur x=7x = 7. Damit ist die Lösung x=0x = 0 verloren gegangen, denn durch xx darf man nur teilen, wenn x≠0x \neq 0 ist, und genau das ist hier ja fraglich. Bringe deshalb immer alles auf eine Seite und klammere aus, statt zu kürzen.

Das ist übrigens derselbe Vorbehalt wie oben in der Begründung, nur einmal richtig und einmal falsch angewendet: Dort haben wir den Fall „erster Faktor gleich null" ausdrücklich mitbehandelt, hier fällt er beim Kürzen stillschweigend unter den Tisch, und mit ihm eine Lösung.

Der schwierige Fall: und die Idee, die ihn löst

Jetzt kommt der Fall, an dem die bisherigen Tricks scheitern:

x2+6x+8=0x^2 + 6x + 8 = 0

Warum ist das schwierig? Das xx kommt zweimal vor, und zwar in verschiedenen Formen: einmal als x2x^2, einmal als 6x6x. Beim Lösen linearer hast du xx immer isoliert. Das geht hier nicht, denn du kannst x2x^2 und 6x6x nicht zusammenfassen (es sind keine gleichartigen Glieder). hilft auch nicht, weil die 88 kein xx enthält.

Die entscheidende Idee

Es gibt einen Fall, den wir bereits lösen können: eine Gleichung, in der xx nur einmal vorkommt, nämlich in einem . So etwas wie

(x+3)2=1(x + 3)^2 = 1

Das kannst du sofort knacken: ziehen (mit ±\pm!), dann die 33 abziehen. Die Frage ist also nicht „wie löse ich x2+6x+8=0x^2 + 6x + 8 = 0", sondern:

Kann ich x2+6x+8x^2 + 6x + 8 in ein Quadrat verwandeln?

Wie man ein Quadrat erkennt

Erinnere dich an die erste aus Klasse 8:

(x+m)2=x2+2mx+m2(x + m)^2 = x^2 + 2mx + m^2

Vergleiche das mit unserem x2+6xx^2 + 6x. Beide fangen mit x2x^2 an. Das mittlere Glied ist bei uns 6x6x, in der Formel 2mx2mx. Damit beide übereinstimmen, muss gelten

2m=6⇒m=32m = 6 \qquad\Rightarrow\qquad m = 3

Das ist der Schlüsselgedanke des ganzen Kapitels: Du nimmst die Hälfte der Zahl vor dem xx. Dann passt (x+3)2=x2+6x+9(x+3)^2 = x^2 + 6x + 9, fast. Denn dort steht ein +9+9, das wir gar nicht haben.

Quadratische Ergänzung

Also holen wir uns die 99 dazu und nehmen sie im selben Atemzug wieder weg. Das ist erlaubt, weil +9−9=0+9 - 9 = 0 ist und Addieren von Null nichts verändert:

x2+6x=x2+6x+9⏟= (x+3)2−9=(x+3)2−9x^2 + 6x = \underbrace{x^2 + 6x + 9}_{= \,(x+3)^2} - 9 = (x + 3)^2 - 9

Dieses Vorgehen heißt quadratische Ergänzung. Das Bild unten zeigt, warum es genau so funktionieren muss: Der Streifen 6x6x wird auf zwei Seiten des x2x^2-Quadrats verteilt (jeder 33 breit, daher die Hälfte von pp), und zur vollständigen Quadratform fehlt dann genau die kleine Ecke 32=93^2 = 9.

Damit wird aus unserer Gleichung:

x2+6x+8=0(x+3)2−9+8=0(x+3)2−1=0∣  +1(x+3)2=1\begin{aligned} x^2 + 6x + 8 &= 0 \\ (x+3)^2 - 9 + 8 &= 0 \\ (x+3)^2 - 1 &= 0 &&|\; +1 \\ (x+3)^2 &= 1 \end{aligned}

Und jetzt ist es der einfache Fall von oben. Wurzel ziehen, mit beiden Vorzeichen:

x+3=±1∣  −3x=−3±1\begin{aligned} x + 3 &= \pm 1 &&|\; -3 \\ x &= -3 \pm 1 \end{aligned} x1=−3+1=−2x2=−3−1=−4x_1 = -3 + 1 = -2 \qquad x_2 = -3 - 1 = -4

Probe (immer machen): (−2)2+6⋅(−2)+8=4−12+8=0(-2)^2 + 6 \cdot (-2) + 8 = 4 - 12 + 8 = 0 ✓

Und die Parabel-Grafik weiter unten zeigt dieselbe Gleichung noch einmal von der Bildseite: Die beiden Lösungen sind genau die Stellen, an denen die Kurve die xx-Achse schneidet.

x²3·xx3x3+ 3² ergänztSeite: x + 3

Warum ausgerechnet die Hälfte von pp? Das Bild zeigt x2+6xx^2 + 6x als : das grüne x2x^2 und der Streifen 6x6x, aber auf zwei Seiten verteilt, jeder also 33 breit. Dadurch entsteht eine L-Form. Zum vollständigen Quadrat mit der Seite x+3x + 3 fehlt genau die gelbe Ecke 32=93^2 = 9. Deshalb ergänzt man (p2)2\left(\frac{p}{2}\right)^2, und zieht es sofort wieder ab, damit sich der Wert nicht ändert.

Denk weiter: Alle Beispiele dieses Kapitels haben eine gerade Zahl vor dem x. Wie ergänzt du bei x-Quadrat plus 5x zum vollständigen Quadrat, und geht das überhaupt?

Versuch es erst selbst, und lass dich vom Komma nicht abschrecken.

Die Regel bleibt Wort für Wort dieselbe: Nimm die Hälfte der Zahl vor dem xx und quadriere sie. Die Hälfte von 55 ist 2,52{,}5, eine ganz normale Zahl. Nirgends in der Herleitung steht, dass sie ohne Komma sein muss: Sie kam aus 2m=p2m = p, und diese lässt sich nach mm auflösen, egal welches pp dasteht.

Also ergänzt du mit 2,52=6,252{,}5^2 = 6{,}25:

(x+2,5)2=x2+5x+6,25⟹x2+5x=(x+2,5)2−6,25(x + 2{,}5)^2 = x^2 + 5x + 6{,}25 \qquad\Longrightarrow\qquad x^2 + 5x = (x + 2{,}5)^2 - 6{,}25

Probe durch Ausmultiplizieren: (x+2,5)2−6,25=x2+5x+6,25−6,25=x2+5x(x+2{,}5)^2 - 6{,}25 = x^2 + 5x + 6{,}25 - 6{,}25 = x^2 + 5x ✓

Ein Tipp aus der Praxis: Schreib die Hälfte lieber als , also 52\frac{5}{2} und (52)2=254\left(\frac{5}{2}\right)^2 = \frac{25}{4}. Beim Quadrieren von verrechnet man sich schnell, 2,522{,}5^2 ist 6,256{,}25 und nicht 6,56{,}5. Brüche sind da gutmütiger.

Und warum das wichtig ist: Genau deshalb steht in der p-q-Formel gleich unten (p2)2\left(\frac{p}{2}\right)^2 und nicht „das der Hälfte, falls pp gerade ist". Die geraden Zahlen in den Beispielen sind nur bequem gewählt. Sie sind keine Bedingung. Probier es an x2+5x+6=0x^2 + 5x + 6 = 0:

x1,2=−2,5±6,25−6=−2,5±0,5⇒x1=−2,  x2=−3x_{1,2} = -2{,}5 \pm \sqrt{6{,}25 - 6} = -2{,}5 \pm 0{,}5 \qquad\Rightarrow\qquad x_1 = -2,\; x_2 = -3

Vieta-Check: Summe −2+(−3)=−5=−p-2 + (-3) = -5 = -p ✓, Produkt (−2)⋅(−3)=6=q(-2) \cdot (-3) = 6 = q ✓

zwei Lösungen (D > 0)

xy-6-5-4-3-2-1-2-112345

x2+6x+8=0x^2 + 6x + 8 = 0 als y=(x+3)2−1y = (x+3)^2 - 1: Der Scheitel liegt unter der x-Achse, die Parabel schneidet sie an zwei Stellen, die beiden Lösungen x1=−2x_1 = -2 und x2=−4x_2 = -4. Hier ist D>0D > 0.

Aus der Idee wird die p-q-Formel

Die quadratische Ergänzung funktioniert immer, aber sie ist jedes Mal etwas Arbeit. Deshalb machen wir sie jetzt ein einziges Mal mit Buchstaben statt mit Zahlen. Das Ergebnis ist eine Formel, in die du danach nur noch einsetzen musst.

Die Ausgangslage: die Normalform

Wir schreiben die allgemeine so, dass vor dem x2x^2 eine 1 steht. Diese Gestalt heißt Normalform:

x2+px+q=0x^2 + px + q = 0

Dabei ist pp die Zahl vor dem xx und qq das Zahlenglied. (Steht vor dem x2x^2 etwas anderes als 11, teilst du zuerst die ganze Gleichung dadurch, dazu unten mehr.)

Dieselben Schritte wie eben, nur mit Buchstaben

Die Hälfte von pp ist p2\frac{p}{2}. Das ist unser mm. Also ergänzen wir mit (p2)2\left(\frac{p}{2}\right)^2 und ziehen es gleich wieder ab:

x2+px+q=0x2+px+(p2)2⏟= (x+p2)2−(p2)2+q=0(x+p2)2−(p2)2+q=0∣  +(p2)2−q(x+p2)2=(p2)2−q\begin{aligned} x^2 + px + q &= 0 \\ \underbrace{x^2 + px + \left(\tfrac{p}{2}\right)^2}_{=\,\left(x + \frac{p}{2}\right)^2} - \left(\tfrac{p}{2}\right)^2 + q &= 0 \\ \left(x + \tfrac{p}{2}\right)^2 - \left(\tfrac{p}{2}\right)^2 + q &= 0 &&\Big|\; +\left(\tfrac{p}{2}\right)^2 - q \\ \left(x + \tfrac{p}{2}\right)^2 &= \left(\tfrac{p}{2}\right)^2 - q \end{aligned}

Jetzt ziehen, mit ±\pm, weil es zwei Lösungen geben kann:

x+p2=±(p2)2−q∣  −p2x + \frac{p}{2} = \pm\sqrt{\left(\frac{p}{2}\right)^2 - q} \qquad\Big|\; -\frac{p}{2}   x1,2=−p2±(p2)2−q  \boxed{\;x_{1,2} = -\frac{p}{2} \pm \sqrt{\left(\frac{p}{2}\right)^2 - q}\;}

Das ist die p-q-Formel. Sie ist kein Zauberspruch, den man glauben muss. Sie ist die quadratische Ergänzung, einmal allgemein durchgerechnet. Wenn du die Formel im Test vergisst, kannst du jede Aufgabe immer noch mit quadratischer Ergänzung lösen.

Ausprobieren an der bekannten Gleichung

x2+6x+8=0x^2 + 6x + 8 = 0 hat p=6p = 6 und q=8q = 8:

x1,2=−62±(62)2−8=−3±9−8=−3±1x_{1,2} = -\frac{6}{2} \pm \sqrt{\left(\frac{6}{2}\right)^2 - 8} = -3 \pm \sqrt{9 - 8} = -3 \pm 1

Also x1=−2x_1 = -2 und x2=−4x_2 = -4, dieselben Lösungen wie oben, nur schneller.

Die Falle: erst Normalform, dann einsetzen

3x2+6x−9=03x^2 + 6x - 9 = 0

Hier ist pp nicht 66! Vor dem x2x^2 steht eine 33, also ist das noch keine Normalform. Teile zuerst die ganze Gleichung durch 33, jedes Glied, auch die −9-9:

x2+2x−3=0⇒p=2,  q=−3x^2 + 2x - 3 = 0 \qquad\Rightarrow\qquad p = 2,\; q = -3 x1,2=−1±1+3=−1±2  ⇒  x1=1,  x2=−3x_{1,2} = -1 \pm \sqrt{1 + 3} = -1 \pm 2 \;\Rightarrow\; x_1 = 1,\; x_2 = -3

Wer das Teilen vergisst, setzt falsche Werte ein und bekommt systematisch falsche Ergebnisse. Erster Blick bei jeder Aufgabe: Steht vor dem x2x^2 eine 1?

Und die Vorzeichen: pp und qq werden mit ihrem Vorzeichen übernommen. Bei x2−8x+12=0x^2 - 8x + 12 = 0 ist p=−8p = -8 (nicht 88), also −p2=+4-\frac{p}{2} = +4.

Die Diskriminante: die Anzahl der Lösungen vorhersagen

In der p-q-Formel steht eine . Und aus dem Wurzelkapitel weißt du: Unter der Wurzel darf nichts Negatives stehen. Genau daran hängt, wie viele Lösungen es gibt.

Der Ausdruck unter der Wurzel bekommt deshalb einen eigenen Namen: Diskriminante (von lateinisch discriminare = unterscheiden):

D=(p2)2−qD = \left(\frac{p}{2}\right)^2 - q

Die drei Fälle

  • D>0D > 0: Die Wurzel liefert eine positive Zahl. Einmal wird sie addiert, einmal subtrahiert → zwei verschiedene Lösungen.
  • D=0D = 0: Die Wurzel ist 00. Dann ist −p2+0-\frac{p}{2} + 0 dasselbe wie −p2−0-\frac{p}{2} - 0 → genau eine Lösung (man nennt sie doppelte Lösung).
  • D<0D < 0: Es müsste die Wurzel aus einer negativen Zahl gezogen werden. Die gibt es nicht → keine reelle Lösung.

Das ist genau die Dreiteilung von x2=ax^2 = a vom Kapitelanfang, jetzt für beliebige quadratische .

Was das im Bild bedeutet

Jede quadratische Gleichung gehört zu einer (dem Graphen von y=x2+px+qy = x^2 + px + q). Die Lösungen der Gleichung sind die Stellen, an denen y=0y = 0 ist, also die , die Schnittpunkte mit der xx-Achse.

Ein Wort brauchst du dafür noch: Der Scheitel ist der Punkt, an dem die Parabel umkehrt, bei einer nach oben geöffneten Parabel also ihr tiefster Punkt. (Nicht zu verwechseln mit dem eines aus Klasse 6: gleiches Wort, anderer Gegenstand.) Alles Weitere über Parabeln kommt im nächsten Kapitel; hier genügt dieser eine Punkt, denn an ihm allein hängt, wie oft die Kurve die xx-Achse trifft. Das zeigen die drei Parabel-Bilder dieses Kapitels: Das erste steht schon weiter oben (zwei Lösungen), die beiden anderen folgen gleich unter diesem Abschnitt.

  • D>0D > 0: Der Scheitel liegt unter der Achse, die Parabel schneidet sie zweimal.
  • D=0D = 0: Der Scheitel liegt genau auf der Achse, die Parabel berührt sie einmal.
  • D<0D < 0: Der Scheitel liegt über der Achse (bei nach oben geöffneter Parabel), die Achse wird nie erreicht.

Wozu das nützlich ist: Du kannst DD zuerst allein ausrechnen. Kommt etwas Negatives heraus, bist du fertig, „keine reelle Lösung", und musst nicht weiterrechnen. Und in Aufgaben vom Typ „für welches qq hat die Gleichung genau eine Lösung?" setzt du einfach D=0D = 0.

eine Lösung (D = 0)

xy-11234-112345

Liegt der Scheitel genau auf der x-Achse, berührt die sie nur. Es gibt eine (doppelte) Lösung. Hier y=(x−2)2y = (x-2)^2 mit x=2x = 2. Das entspricht D=0D = 0.

keine Lösung (D < 0)

xy-3-2-112-112345

Liegt der Scheitel über der x-Achse (bei Öffnung nach oben), wird sie nie erreicht, keine reelle Lösung. Hier y=x2+1y = x^2 + 1. Das entspricht D<0D < 0.

Der Satz von Vieta, die Kontrolle in fünf Sekunden

Zum Schluss ein Werkzeug, das dir in Klassenarbeiten Punkte rettet. Es beantwortet die Frage: Habe ich mich verrechnet?

Zwei überraschende Zusammenhänge

Addiere die beiden Lösungen unserer Beispielgleichung x2+6x+8=0x^2 + 6x + 8 = 0 (dort war x1=−2x_1 = -2, x2=−4x_2 = -4, p=6p = 6, q=8q = 8):

x1+x2=−2+(−4)=−6=−px_1 + x_2 = -2 + (-4) = -6 = -p

Und jetzt multipliziere sie:

x1⋅x2=(−2)⋅(−4)=8=qx_1 \cdot x_2 = (-2) \cdot (-4) = 8 = q

Das ist kein Zufall dieses Beispiels, sondern gilt immer. Das ist der Satz von Vieta:

x1+x2=−px1⋅x2=qx_1 + x_2 = -p \qquad\qquad x_1 \cdot x_2 = q

Warum das stimmt

Du kannst es direkt aus der p-q-Formel ablesen. Die beiden Lösungen unterscheiden sich nur im Vorzeichen vor der . Nenne die Wurzel kurz ww, dann ist x1=−p2+wx_1 = -\frac{p}{2} + w und x2=−p2−wx_2 = -\frac{p}{2} - w.

Summe, die Wurzel hebt sich weg:

x1+x2=(−p2+w)+(−p2−w)=−px_1 + x_2 = \left(-\tfrac{p}{2} + w\right) + \left(-\tfrac{p}{2} - w\right) = -p

Produkt. Hier hilft die dritte (u+w)(u−w)=u2−w2(u+w)(u-w) = u^2 - w^2 mit u=−p2u = -\frac{p}{2}:

x1⋅x2=(−p2)2−w2=(p2)2−((p2)2−q)=qx_1 \cdot x_2 = \left(-\tfrac{p}{2}\right)^2 - w^2 = \left(\tfrac{p}{2}\right)^2 - \left(\left(\tfrac{p}{2}\right)^2 - q\right) = q

Im letzten Schritt wurde eingesetzt, was w2w^2 ist: das ww war ja die Wurzel aus (p2)2−q\left(\frac{p}{2}\right)^2 - q, also ist w2w^2 genau dieser Ausdruck.

So benutzt du es

Rechne nach dem Lösen kurz Summe und Produkt deiner beiden Ergebnisse aus und vergleiche mit −p-p und qq. Stimmt beides, ist deine Lösung fast sicher richtig. Stimmt etwas nicht, hast du einen Rechenfehler, bevor du das Blatt abgibst.

Und ein Bonus: Bei einfachen findest du die Lösungen damit sogar im Kopf. Bei x2−7x+12=0x^2 - 7x + 12 = 0 suchst du zwei Zahlen mit Summe 77 und Produkt 1212. Das sind 33 und 44.

Warum du dich auf dieses Raten verlassen darfst. Hier wird Vieta nämlich rückwärts benutzt. Bewiesen haben wir oben: sind 33 und 44 die Lösungen, dann ist die Summe 77 und das Produkt 1212. Gebraucht wird jetzt die Gegenrichtung, und die musst du nicht glauben, du kannst sie mit dem Satz vom Nullprodukt vom Kapitelanfang selbst nachprüfen. Multipliziere die geratenen Zahlen als Klammern aus:

(x−3)(x−4)=x2−4x−3x+12=x2−7x+12(x - 3)(x - 4) = x^2 - 4x - 3x + 12 = x^2 - 7x + 12

Deine Gleichung heißt also in Wahrheit (x−3)(x−4)=0(x-3)(x-4) = 0. Ein Produkt ist genau dann null, wenn ein Faktor null ist, und das sind hier genau x=3x = 3 und x=4x = 4. Damit sind die geratenen Zahlen tatsächlich die Lösungen, und weitere gibt es nicht.

p-q-Formel komplett

Löse die 2x2−4x−30=02x^2 - 4x - 30 = 0.

  1. 1

    Schauen wir zuerst, was wir vor uns haben. Es kommt x2x^2 vor, also ist es eine quadratische Gleichung. Rechts steht schon 00. Das ist gut, denn die p-q-Formel setzt genau das voraus.

    Aber Vorsicht: Vor dem x2x^2 steht eine 22. Das ist noch keine Normalform, wir dürfen die Formel also noch nicht anwenden.

  2. 2

    Erster Schritt: Normalform herstellen. Die p-q-Formel gilt nur für x2+px+q=0x^2 + px + q = 0, also mit einer 11 vor dem x2x^2. Deshalb teilen wir die ganze Gleichung durch 22, jedes einzelne Glied, auch die −30-30:

    2x2−4x−30=0∣  :2x2−2x−15=0\begin{aligned} 2x^2 - 4x - 30 &= 0 &&|\; : 2 \\ x^2 - 2x - 15 &= 0 \end{aligned}

    Warum ist das erlaubt? Beide Seiten durch dieselbe Zahl zu teilen ist eine , die Lösungen ändern sich dadurch nicht.

  3. 3

    Zweiter Schritt: pp und qq ablesen, mit Vorzeichen. Vergleiche Glied für Glied mit x2+px+q=0x^2 + px + q = 0:

    p=−2q=−15p = -2 \qquad\qquad q = -15

    Das pp ist negativ, weil in der Gleichung −2x-2x steht. Diese Vorzeichen mitzunehmen ist der häufigste Stolperstein.

  4. 4

    Dritter Schritt: einsetzen. Wir schreiben die Formel auf und ersetzen pp und qq:

    x1,2=−p2±(p2)2−q=−−22±(−22)2−(−15)x_{1,2} = -\frac{p}{2} \pm \sqrt{\left(\frac{p}{2}\right)^2 - q} = -\frac{-2}{2} \pm \sqrt{\left(\frac{-2}{2}\right)^2 - (-15)}
  5. 5

    Vierter Schritt: von innen nach außen vereinfachen. Zuerst die :

    −−22=+1−22=−1-\frac{-2}{2} = +1 \qquad\qquad \frac{-2}{2} = -1

    Dann das und das doppelte Minus (minus ein Minus ergibt plus):

    (−1)2=1−(−15)=+15(-1)^2 = 1 \qquad\qquad -(-15) = +15

    Damit steht unter der :

    x1,2=1±1+15=1±16x_{1,2} = 1 \pm \sqrt{1 + 15} = 1 \pm \sqrt{16}
  6. 6

    Fünfter Schritt: Wurzel ziehen und aufspalten. 16=4\sqrt{16} = 4, also

    x1,2=1±4x_{1,2} = 1 \pm 4

    Weil D=16>0D = 16 > 0 ist, gibt es zwei Lösungen. Jetzt rechnen wir die beiden Fälle getrennt aus:

    x1=1+4=5x2=1−4=−3x_1 = 1 + 4 = 5 \qquad\qquad x_2 = 1 - 4 = -3
  7. 7

    Sechster Schritt: kontrollieren. Der Vieta-Check dauert fünf Sekunden und findet fast jeden Rechenfehler. Erwartet wird Summe =−p= -p und Produkt =q= q:

    x1+x2=5+(−3)=2=−(−2)  ✓x1⋅x2=5⋅(−3)=−15=q  ✓x_1 + x_2 = 5 + (-3) = 2 = -(-2) \;\checkmark \qquad\qquad x_1 \cdot x_2 = 5 \cdot (-3) = -15 = q \;\checkmark

    Beides stimmt. (Wer möchte, kann zusätzlich in die ursprüngliche Gleichung einsetzen: 2⋅25−4⋅5−30=50−20−30=02 \cdot 25 - 4 \cdot 5 - 30 = 50 - 20 - 30 = 0 ✓)

L={−3;  5}L = \{-3;\; 5\}

Die Lehre aus dieser Aufgabe: Der erste Blick geht immer auf den Faktor vor dem x2x^2. Steht dort nicht 11, wird zuerst geteilt, sonst sind alle folgenden Schritte wertlos.

Nullprodukt statt Formel

Löse möglichst geschickt: a) x2−7x=0x^2 - 7x = 0 b) x2−25=0x^2 - 25 = 0

  1. 1

    Bevor wir rechnen, schauen wir hin. Man könnte beide Aufgaben mit der p-q-Formel lösen. Aber beiden fehlt etwas, und genau das macht sie einfacher:

    • Bei a) fehlt das Zahlenglied (q=0q = 0).
    • Bei b) fehlt das einzelne xx (p=0p = 0).

    In solchen Fällen ist Faktorisieren schneller und weniger fehleranfällig.

  2. 2

    a) Was haben beide Glieder gemeinsam? In x2x^2 und in 7x7x steckt jeweils ein xx. Also können wir xx ausklammern:

    x2−7x=0⇒x⋅(x−7)=0x^2 - 7x = 0 \qquad\Rightarrow\qquad x \cdot (x - 7) = 0

    Jetzt steht links ein Produkt, das 00 ergeben soll.

  3. 3

    Satz vom Nullprodukt anwenden. Ein Produkt ist genau dann null, wenn mindestens ein Faktor null ist. Also zerfällt die Aufgabe in zwei einfache :

    x=0oderx−7=0  ⇒  x=7x = 0 \qquad\text{oder}\qquad x - 7 = 0 \;\Rightarrow\; x = 7

    Der klassische Fehler hier: Viele teilen die Ausgangsgleichung durch xx und erhalten nur x=7x = 7. Damit ist die Lösung x=0x = 0 verschwunden, denn durch xx darf man nur teilen, wenn x≠0x \neq 0 ist, und genau das ist hier ja die offene Frage.

  4. 4

    b) Welche Struktur steckt hier? x2−25x^2 - 25 ist eine Differenz zweier , denn 25=5225 = 5^2. Dafür gibt es die dritte a2−b2=(a+b)(a−b)a^2 - b^2 = (a+b)(a-b):

    x2−25=(x+5)(x−5)=0x^2 - 25 = (x + 5)(x - 5) = 0

    Wieder ein Produkt, wieder der Satz vom Nullprodukt:

    x+5=0  ⇒  x=−5oderx−5=0  ⇒  x=5x + 5 = 0 \;\Rightarrow\; x = -5 \qquad\text{oder}\qquad x - 5 = 0 \;\Rightarrow\; x = 5
  5. 5

    Der zweite Weg bei b). Beide sind richtig. Man kann auch einfach umstellen und die Wurzel ziehen:

    x2−25=0  ⇒  x2=25  ⇒  x=±5x^2 - 25 = 0 \;\Rightarrow\; x^2 = 25 \;\Rightarrow\; x = \pm 5

    Für Anfänger ist dieser Weg meist der bequemere. Wichtig ist nur, das ±\pm nicht zu vergessen, sonst fehlt die halbe Lösung.

a) L={0;  7}L = \{0;\; 7\} · b) L={−5;  5}L = \{-5;\; 5\}

Lösungsweg-Radar für die Klassenarbeit: Kein Zahlenglied → . Kein einzelnes xx → ziehen. Beides vorhanden → p-q-Formel.

Sachaufgabe Garten

Ein rechteckiger Garten ist 4 m4\,\text{m} länger als breit und hat den 60 m260\,\text{m}^2. Berechne die Seitenlängen.

  1. 1

    Zuerst: was ist gegeben, was gesucht? Gegeben ist die Fläche (60 m260\,\text{m}^2) und ein Zusammenhang zwischen den Seiten („4 m4\,\text{m} länger als breit"). Gesucht sind beide Seitenlängen.

    Wir haben also zwei unbekannte Größen, aber wir brauchen nur eine , weil die zweite von der ersten abhängt.

  2. 2

    Die Unbekannte festlegen. Es ist geschickter, die kleinere Größe als xx zu wählen, dann bleibt die andere ohne Minuszeichen:

    Breite=xLa¨nge=x+4\text{Breite} = x \qquad\qquad \text{Länge} = x + 4

    „44 länger als breit" bedeutet: Nimm die Breite und addiere 44. Prüfe solche Formulierungen an einem Zahlenbeispiel: Wäre die Breite 55, wäre die Länge 99 ✓

  3. 3

    Welche Formel passt? Gefragt ist der Flächeninhalt eines , also A=La¨nge⋅BreiteA = \text{Länge} \cdot \text{Breite} (Klasse 5). Einsetzen:

    x⋅(x+4)=60x \cdot (x + 4) = 60
  4. 4

    Auf Normalform bringen. Für die p-q-Formel brauchen wir die Gestalt x2+px+q=0x^2 + px + q = 0. Also erst ausmultiplizieren, dann alles auf eine Seite:

    x⋅(x+4)=60x2+4x=60∣  −60x2+4x−60=0\begin{aligned} x \cdot (x+4) &= 60 \\ x^2 + 4x &= 60 &&|\; -60 \\ x^2 + 4x - 60 &= 0 \end{aligned}

    Ablesen: p=4p = 4, q=−60q = -60.

  5. 5

    p-q-Formel anwenden.

    x1,2=−42±(42)2−(−60)=−2±4+60=−2±64=−2±8x_{1,2} = -\frac{4}{2} \pm \sqrt{\left(\frac{4}{2}\right)^2 - (-60)} = -2 \pm \sqrt{4 + 60} = -2 \pm \sqrt{64} = -2 \pm 8 x1=6x2=−10x_1 = 6 \qquad\qquad x_2 = -10
  6. 6

    Jetzt der wichtigste Schritt bei Sachaufgaben: die Lösungen am Sachverhalt prüfen. Die Mathematik liefert zwei Lösungen, aber xx ist hier eine Breite:

    • x1=6x_1 = 6: eine Breite von 6 m6\,\text{m}, möglich ✓
    • x2=−10x_2 = -10: eine Breite von −10 m-10\,\text{m}. Es gibt keine negativen Längen ✗

    Also fällt x2x_2 weg. Nicht weil die Rechnung falsch war, sondern weil die Situation es ausschließt. Diesen Satz erwartet die Lehrkraft in der Klassenarbeit.

  7. 7

    Die zweite Größe berechnen und Einheiten setzen. Gesucht waren beide Seiten:

    Breite=6 mLa¨nge=6+4=10 m\text{Breite} = 6\,\text{m} \qquad\qquad \text{Länge} = 6 + 4 = 10\,\text{m}

    Probe am Text (nicht an der Gleichung, so entdeckst du auch Ansatzfehler): Ist die Länge 4 m4\,\text{m} größer als die Breite? 10−6=410 - 6 = 4 ✓ Und ist die Fläche 60 m260\,\text{m}^2? 6⋅10=606 \cdot 10 = 60 ✓

Der Garten ist 6 m6\,\text{m} breit und 10 m10\,\text{m} lang.

Das Muster jeder Sachaufgabe: Unbekannte festlegen → Text in eine übersetzen → lösen → beide Lösungen am Kontext prüfen → Antwortsatz mit Einheiten.

Typischer Fehler

x2=36⇒x=6x^2 = 36 \Rightarrow x = 6. Fertig.

Auch (−6)2=36(-6)^2 = 36! Reinquadratische haben (für positive rechte Seite) zwei Lösungen: x=±6x = \pm 6. Die halbe Lösungsmenge kostet in Arbeiten Punkte, und in Sachaufgaben entscheidet erst der Kontext, ob die negative Lösung wegfällt.

Typischer Fehler

3x2+6x−9=03x^2 + 6x - 9 = 0 mit p=6p = 6, q=−9q = -9 in die p-q-Formel …

Die p-q-Formel gilt nur für die Normalform mit dem Koeffizienten 1 vor x2x^2! Erst durch 3 teilen: x2+2x−3=0x^2 + 2x - 3 = 0, dann p=2p = 2, q=−3q = -3 → x1,2=−1±2x_{1,2} = -1 \pm 2, also 11 und −3-3. Wer das Teilen vergisst, bekommt systematisch falsche Werte.

Übung 1

leicht

Löse: a) x2=81x^2 = 81 b) x2−16=0x^2 - 16 = 0 c) x2+4=0x^2 + 4 = 0

Tipp anzeigen

c) Kann ein negativ sein?

Lösung anzeigen

a) x=±9x = \pm 9

b) x=±4x = \pm 4

c) x2=−4x^2 = -4 → keine Lösung (L={}L = \{\})

Detaillierte Schritterklärung anzeigen

Hier wird jeder Schritt einzeln erklärt, vor allem, warum er gemacht wird.

Erklärungstiefe

✦ Empfohlen: Standard – Die normale Erklärungstiefe passt zum Einstieg.

  1. 1

    a) Reinquadratisch: beide Wurzeln

    x2=81x^2 = 81: Gesucht sind ALLE Zahlen, deren Quadrat 8181 ist, x=9x = 9 und x=−9x = -9, kurz x=±9x = \pm 9.

  2. 2

    b) Erst umstellen, dann wurzeln

    x2−16=0  ∣  +16  →  x2=16⇒x=±4x^2 - 16 = 0 \;|\; +16 \;\to\; x^2 = 16 \Rightarrow x = \pm 4.

    x2=16⇒x=±4x^2 = 16 \Rightarrow x = \pm 4

  3. 3

    c) Wenn das Quadrat negativ sein müsste

    x2+4=0⇒x2=−4x^2 + 4 = 0 \Rightarrow x^2 = -4: Ein Quadrat ist nie negativ, keine Lösung, L={}L = \{\}.

Übung 2

mittel

Löse mit der p-q-Formel und mache den Vieta-Check: x2−8x+12=0x^2 - 8x + 12 = 0

Tipp anzeigen

p=−8p = -8, also −p2=4-\frac{p}{2} = 4.

Lösung anzeigen

x1,2=4±16−12=4±2x_{1,2} = 4 \pm \sqrt{16 - 12} = 4 \pm 2

x1=6x_1 = 6, x2=2x_2 = 2

Vieta: 6+2=8=−p6 + 2 = 8 = -p ✓, 6⋅2=12=q6 \cdot 2 = 12 = q ✓

Detaillierte Schritterklärung anzeigen

Hier wird jeder Schritt einzeln erklärt, vor allem, warum er gemacht wird.

Erklärungstiefe

✦ Empfohlen: Standard – Die normale Erklärungstiefe passt zum Einstieg.

  1. 1

    p und q identifizieren

    Normalform x2+px+q=0x^2 + px + q = 0 mit p=−8p = -8, q=12q = 12, die p-q-Formel: x1,2=−p2±(p2)2−qx_{1,2} = -\frac{p}{2} \pm \sqrt{\left(\frac{p}{2}\right)^2 - q}.

  2. 2

    Formel auswerten

    x1,2=4±16−12=4±4=4±2x_{1,2} = 4 \pm \sqrt{16 - 12} = 4 \pm \sqrt{4} = 4 \pm 2 → x1=6x_1 = 6, x2=2x_2 = 2.

    x1,2=4±4x_{1,2} = 4 \pm \sqrt{4}

    Zwischenergebnis

    x1=6,  x2=2x_1 = 6, \; x_2 = 2

  3. 3

    Vieta-Check

    Vieta: x1+x2=6+2=8=−px_1 + x_2 = 6 + 2 = 8 = -p ✓ und x1⋅x2=6⋅2=12=qx_1 \cdot x_2 = 6 \cdot 2 = 12 = q ✓.

Übung 3

schwer

Für welchen Wert von qq hat die x2+10x+q=0x^2 + 10x + q = 0 genau eine Lösung? Wie lautet sie?

Tipp anzeigen

Diskriminante gleich null setzen.

Lösung anzeigen

D=(102)2−q=25−q=0⇒q=25D = \left(\frac{10}{2}\right)^2 - q = 25 - q = 0 \Rightarrow q = 25

Die Gleichung wird x2+10x+25=(x+5)2=0x^2 + 10x + 25 = (x+5)^2 = 0 → einzige Lösung x=−5x = -5.

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Hier wird jeder Schritt einzeln erklärt, vor allem, warum er gemacht wird.

Erklärungstiefe

✦ Empfohlen: Standard – Die normale Erklärungstiefe passt zum Einstieg.

  1. 1

    Die Diskriminante steuert die Lösungsanzahl

    In x1,2=−5±25−qx_{1,2} = -5 \pm \sqrt{25 - q} entscheidet der Wurzelinhalt D=25−qD = 25 - q: Genau EINE Lösung gibt es, wenn D=0D = 0, dann fallen +D+\sqrt{D} und −D-\sqrt{D} zusammen.

  2. 2

    q aus D = 0 bestimmen

    D=(102)2−q=25−q=0⇒q=25D = \left(\frac{10}{2}\right)^2 - q = 25 - q = 0 \Rightarrow q = 25.

    25−q=0⇒q=2525 - q = 0 \Rightarrow q = 25

    Zwischenergebnis

    q=25q = 25

  3. 3

    Die Lösung selbst und der Binom-Blick

    Mit q=25q = 25: x2+10x+25=(x+5)2=0x^2 + 10x + 25 = (x+5)^2 = 0 → einzige Lösung x=−5x = -5.

Zusammenfassung

Quadratische haben bis zu zwei Lösungen: x2=ax^2 = a löst die (±!), Produkte löst der Satz vom Nullprodukt, und alles andere die p-q-Formel, nach Herstellung der Normalform. Die Diskriminante zählt die Lösungen vorab, Vieta prüft sie hinterher, und Sachkontexte sortieren unpassende Lösungen aus.