Federpendel
Worum geht es?
Das Federpendel (Federschwinger) ist neben dem Fadenpendel der zweite Grundschwinger der Physik: Eine hängt an einer Feder und vertikal um ihre Ruhelage. Seine gehorcht : mehr Masse verlangsamt, härtere Feder , und die spielt keine Rolle. Der Versuch misst den Takt und prüft alle drei Aussagen.
Warum macht man dieses Experiment?
Der Federschwinger ist der Modellfall der schlechthin: Sein lineares Rückstellgesetz (Hooke!) erzeugt exakt die Sinusschwingung, auf der die gesamte Schwingungs- und Wellenlehre aufbaut. Wer am realen Pendel geprüft hat, besitzt zudem das Gegenstück zum Fadenpendel: Dort regiert die Länge, hier das Paar und Federhärte, und in beiden Fällen fällt die heraus.
Die physikalische Idee
Die Feder aus dem Hooke-Experiment (, dort gemessen!) trägt bekannte . Die 20-Schwingungen-Zeitmessung liefert ; der Vergleich mit der Formel prüft die Theorie, und die Variation von Masse und klärt die Abhängigkeiten. So verketten sich zwei : Die von damals wird heute zur Eingangsgröße.
Benötigtes Vorwissen
Für dieses Experiment hilft dir dieses Vorwissen. Du kannst es jederzeit nachschlagen — das Experiment bleibt auch so verständlich.
- Hookesches Gesetz und Federkonstante
- Schwingungen und Periodendauer
- Messstrategie T = t/N (Fadenpendel)
Wissenschaftliche Einordnung
Der Federschwinger wurde mit Hookes Gesetz (1676) berechenbar und ist seither das Standardmodell der Schwingungslehre; sein schwerkraftfreier Takt macht ihn bis heute nützlich: Auf der ISS bestimmen Astronauten ihre Körpermasse mit einem Federschwinger-Stuhl.
Versuchsziel
Was möchtest du untersuchen?
Aktuelles Versuchsziel
Periodendauer bestimmen und Formel prüfen
Bestimme die des Federpendels mit und prüfe die Vorhersage mit der bekannten .
Gesucht
- — Periodendauer (in )
Über aus der 20-Schwingungen-Zeit.
Gemessen
- — Zeit für N Schwingungen (in )
Die eigentliche Messgröße (N = 20).
Bekannt
- — Schwingende Masse (in )
0,25 kg Hakenmasse (die kleine Federmasse bleibt unberücksichtigt, siehe Fehlerbetrachtung).
- — Federkonstante (in )
25 N/m, im Hooke-Experiment an derselben Feder gemessen: die Verkettung zweier Versuche.
Der Weg von der Messung zum Ergebnis:
Für diese Zielsetzung brauchst du:
- Die geprüfte Vorhersage: Periodendauer aus Masse und Federhärte, ganz ohne Schwerkraft und Amplitude.Zur Formelsammlung
Versuchsprotokoll
So ist ein physikalisches Versuchsprotokoll aufgebaut. Die Reihenfolge ist immer dieselbe — die Inhalte gehören zu deinem gewählten Versuchsziel.
1Aufgabenstellung
Lass das Federpendel (0,25 kg an der 25-N/m-Feder) mit kleiner schwingen, miss dreimal die Zeit für 20 und vergleiche die mit der Formelvorhersage.
2Vorbetrachtung
Woher die Formel kommt (Plausibilisierung): Die Rückstellkraft wächst mit der Auslenkung (, Hooke), die Trägheit mit der . Ein härteres D stärker zurück (schnellerer Takt), ein größeres m folgt träger (langsamerer Takt). Das Verhältnis bestimmt also das Tempo, und die vollständige Rechnung der Oberstufe liefert den Vorfaktor samt Wurzel. Auffällig ist, dass fehlt: Die Schwerkraft verschiebt nur die Ruhelage (die Feder hängt vorgedehnt), am Hin- und Herschwingen um diese Lage ändert sie nichts.
Die Zahlenvorhersage:
Für 20 also rund : bequem messbar, und die Reaktionszeit fällt auf ein Zwanzigstel zusammen (Strategie des Fadenpendels).
3Geräte / Stoffe
Feder mit eingehängter am Stativ; senkrecht anzupfen (etwa 3 cm nach unten ziehen und loslassen), nicht seitlich: Pendelbewegungen quer würden die Zählung stören.
Schraubenfeder mit bekanntem D (25 N/m)
Der Schwingungsgeber; ihre im Hooke-Experiment gemessene Härte geht in die Vorhersage ein.
Hakenmassen 100 bis 400 g
Die schwingende : die variierte Größe der Untersuchung.
Stoppuhr
Misst die Zeit für 20 (bewährte Strategie gegen die Reaktionszeit).
Maßstab
Kontrolliert die Start-Amplitude für den Amplitudentest.
4Skizze des Versuchsaufbaus
Federpendel in Ruhelage und in beiden Umkehrlagen; die Ruhelage (vorgedehnte Feder) als Nulllinie der markiert.
Die beiden Stellschrauben des Federpendels: Vierfache verdoppelt die , vierfache Federhärte halbiert sie. Beide wirken über die Wurzel.
Der Motor der : Die Rückstellkraft zieht stets zur Ruhelage, proportional zur Auslenkung: das als Schwingungsantrieb.
Aufbau: Schraubenfeder (D = 25 N/m, aus dem Hooke-Experiment bekannt) am Stativ, Hakenmassen 100 bis 400 g, Stoppuhr, Maßstab für die Amplitudenkontrolle.
5Durchführung
Schritt 1: einhängen, Ruhelage abwarten.
Schritt 2: Etwa 3 cm nach unten auslenken, loslassen; nach zwei Einschwing-Perioden am unteren Umkehrpunkt „null“ starten und 20 zählen.
Schritt 3: Dreimal messen, Mittelwert bilden.
6Beobachtung
| Messung | in |
|---|---|
| 1 | 12,7 |
| 2 | 12,5 |
| 3 | 12,6 |
Beispieldaten zur Veranschaulichung — keine echten Messwerte.
7Auswertung
:
Formelvergleich: Der Messwert trifft die Vorhersage exakt. Die Formel besteht mit der unabhängig (im Hooke-Experiment!) bestimmten . Zwei stützen sich gegenseitig, ohne dass eine Größe angepasst wurde: die stärkste Form der Bestätigung.
Umkehrbar als Messverfahren: . Das Pendel misst seine eigene Feder auf ein halbes Prozent genau, schneller als jede Hooke-Messreihe. Und nach m aufgelöst wird es zur Waage, die keine Schwerkraft braucht.
8Fazit
Das Federpendel mit , exakt wie mit der unabhängig gemessenen vorhersagt. Die Formel ist bestätigt und als Messverfahren für D oder m nutzbar.
9Fehlerbetrachtung
Neben der bekannten Zeitmess-Streuung hat das Federpendel eine eigene systematische Feinheit:
Mitschwingende Federmasseeher systematisch
- Ursache
Auch die Feder selbst bewegt sich; ihr oberes Ende weniger, ihr unteres voll.
- Auswirkung
Wirksam etwa ein Drittel der Federmasse mit. Bei 30 g Feder sind das 10 g auf 250 g, also rund 2 Prozent mehr wirksame und 1 Prozent längeres T: an der Grenze der Messauflösung.
- Verbesserung
Leichte Feder gegen schwere wählen; für Präzision ansetzen.
Seitliches Mitpendelneher zufällig
- Ursache
Schräges Anzupfen regt zusätzlich eine Pendelbewegung an.
- Auswirkung
Zwei überlagerte Takte machen das Zählen unsicher.
- Verbesserung
Exakt senkrecht auslenken; bei sichtbarem Taumeln neu starten.
Reaktionszeiteher zufällig
- Ursache
Start/Stopp von Hand.
- Auswirkung
±0,2 s auf 12,6 s: unter 2 Prozent, durch N = 20 auf T bezogen unter 0,1 Prozent pro : die Messstrategie trägt.
- Verbesserung
Am unteren Umkehrpunkt zählen (deutlichster Moment).
Das Wichtigste
- Die Formel
: bremst (Trägheit), Federhärte treibt (Rückstellung), beide unter der Wurzel.
- Amplitude egal
Große und kleine Auslenkungen schwingen gleich schnell: Kennzeichen der (lineares Rückstellgesetz), und beim Federpendel sogar ohne Kleinwinkel-Bedingung.
- Der Unterschied zum Fadenpendel
Dort (Länge und Ort, egal), hier (Masse und Feder, Schwerkraft egal): Ein Federpendel tickt auf dem Mond gleich schnell.
- Messrezept
Auch als Messgerät nutzbar: oder . So wiegen Astronauten in Schwerelosigkeit.