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Federkraft und hookesches Gesetz

SchulversuchMechanikKlasse 7Grundlagen

Worum geht es?

Federn antworten auf mit Verformung, und zwar erstaunlich ordentlich: Innerhalb ihres Arbeitsbereichs ist die Dehnung ss proportional zur ziehenden Kraft FF. Dieses wird hier mit einer Messreihe geprüft; die Steigung der Messgeraden ist die Federkonstante DD, die Härte der Feder in Newton pro Meter.

Warum macht man dieses Experiment?

Das macht messbar: Jeder Federkraftmesser übersetzt Kräfte über genau diese Proportionalität in Zeigerstellungen; auch Zeiger-Personenwaagen arbeiten so. Später trägt dasselbe Gesetz die Schwingungslehre (Federpendel, harmonische Schwingung: dort heißt es Rückstellgesetz). Und der Versuch zeigt exemplarisch, dass physikalische Gesetze Gültigkeitsgrenzen haben: Überdehnt verliert die Feder ihre Ordnung.

Die physikalische Idee

An eine senkrecht hängende Feder werden nacheinander Wägestücke gehängt; ihre sind die Zugkräfte. Ein Maßstab misst die jeweilige Verlängerung gegenüber der unbelasteten Feder. Konstanter Quotient F/sF/s plus Ursprungsgerade im Diagramm bestätigen das Gesetz; der Quotient selbst ist DD.

Benötigtes Vorwissen

Für dieses Experiment hilft dir dieses Vorwissen. Du kannst es jederzeit nachschlagen — das Experiment bleibt auch so verständlich.

Wissenschaftliche Einordnung

Robert Hooke veröffentlichte das Gesetz 1676 zunächst als Anagramm („ut tensio, sic vis“: wie die Dehnung, so die ). Es beschreibt näherungsweise das elastische Verhalten fast aller festen Körper und trägt bis heute Messtechnik und Schwingungsphysik.

Versuchsziel

Aktuelles Versuchsziel

Kräfte mit der geeichten Feder messen

Nutze die vermessene Feder als selbstgebauten Kraftmesser: Bestimme unbekannte (Zugkraft an einem Gegenstand, eines Klotzes) allein aus der Dehnung.

Gesucht

  • — Unbekannte Kraft (in )

    Wird nicht direkt gemessen, sondern über die geeichte Feder aus der Dehnung berechnet.

Gemessen

  • — Dehnung (in )

    Die einzige Messgröße des selbstgebauten Kraftmessers.

Bekannt

  • — Federkonstante (in )

    Aus der Gesetzesprüfung (25,0 N/m): die Eichung des Geräts.

Der Weg von der Messung zum Ergebnis:

Für diese Zielsetzung brauchst du:

Versuchsprotokoll

So ist ein physikalisches Versuchsprotokoll aufgebaut. Die Reihenfolge ist immer dieselbe — die Inhalte gehören zu deinem gewählten Versuchsziel.

1Aufgabenstellung

Bestimme mit der geeichten Feder: (a) die eines unbekannten Gegenstands, (b) die , mit der ein Holzklotz gleichmäßig über den Tisch gezogen wird. Kontrolliere (a) mit dem kommerziellen Kraftmesser.

2Vorbetrachtung

Die Messidee kehrt die Gesetzesprüfung um: Dort war die bekannt und die Dehnung die Antwort; jetzt wird die Dehnung gemessen und die Kraft berechnet. Das funktioniert nur, weil die Reihe zweierlei gesichert hat: die Proportionalität (sonst wäre eine Ein-Punkt-Eichung wertlos) und den Zahlenwert von DD. Ein Messgerät ist immer ein geprüftes Gesetz plus eine Eichung.

3Geräte / Stoffe

Die vermessene Feder mit Maßstab; für (b) wird sie waagerecht zwischen Hand und Klotz gespannt.

  • Schraubenfeder am Stativ

    Der Prüfling: Ihre Dehnung ist die gemessene Antwort auf die .

  • Wägestücke (50-g-Schlitzgewichte)

    Definierte Zugkräfte über ihre : je 50 g rund 0,49 N.

  • Maßstab mit Reiter oder Spiegelskala

    Misst die Position des Federendes millimetergenau.

  • Holzklotz mit Öse

    Prüfkörper für die Reibungskraft-Anwendung.

4Skizze des Versuchsaufbaus

Zwei Anordnungen: hängende Feder mit unbekanntem Gegenstand; waagerecht gezogener Klotz mit zwischengespannter Feder.

ohne Last11 N2 cm22 N4 cm33 N6 cmRuhelageDoppelte Kraft, doppelte Dehnung: s ist zu F proportional

Der Versuch im Bild: gleiche Feder, wachsende Last, proportional wachsende Dehnung. Gemessen wird immer die Verlängerung gegenüber der unbelasteten Feder, nicht die Gesamtlänge.

s in cmF in N123456781234Δs = 4 cmΔF = 2 NSteigung = Federkonstante D = ΔF / Δs = 0,5 N/cm

Die Erwartung als Diagramm: eine Ursprungsgerade im F-s-Bild. Ihre Steigung ist die DD: steile Gerade, harte Feder.

5Durchführung

Teil (a): Gegenstand anhängen, Dehnung ablesen, berechnen; danach Kontrolle mit dem kommerziellen Kraftmesser. Teil (b): Klotz über die Feder mit möglichst gleichbleibendem Tempo ziehen; die (leicht schwankende) Dehnung während des Gleitens ablesen.

6Beobachtung

Anwendung des Feder-Kraftmessers
Messungss in cm\mathrm{cm}F=D⋅sF = D \cdot s in N\mathrm{N}Kontrolle
Unbekannter Gegenstand6,31,58Kraftmesser: 1,6 N1{,}6\ \mathrm{N}
Klotz gleichmäßig gezogen3,0 (schwankend ±0,3)0,75—

Beispieldaten zur Veranschaulichung — keine echten Messwerte.

7Auswertung

Teil (a) bestätigt das Verfahren: F=25 Nm⋅0,063 m=1,58 NF = 25\ \tfrac{\mathrm{N}}{\mathrm{m}} \cdot 0{,}063\ \mathrm{m} = 1{,}58\ \mathrm{N}, in Übereinstimmung mit dem kommerziellen Gerät. Der Eigenbau misst so gut wie seine Eichung.

Teil (b) zeigt die Reichweite: Auch , die gar nichts mit Gewichten zu tun haben (hier die Gleitreibungskraft von rund 0,75 N0{,}75\ \mathrm{N}), werden messbar. Die Feder überträgt und misst jede Zugkraft. Die Schwankung der Anzeige beim Ziehen ist dabei keine Schwäche des Geräts, sondern echte Physik: Die ruckelt (Übergänge zwischen Haften und Gleiten), ein Vorgeschmack auf das Reibungs-Experiment.

8Fazit

Die geeichte Feder misst unbekannte über F = D·s zuverlässig (Kontrolle bestätigt) und macht auch nicht-gewichtsbedingte Kräfte wie die zugänglich: das als Messinstrument.

9Fehlerbetrachtung

Zur Ablesegenauigkeit kommt jetzt die Eichunsicherheit:

Unsicherheit der Federkonstanteeher systematisch

Ursache

D trägt aus der Eichreihe etwa ein Prozent Unsicherheit.

Auswirkung

Jede gemessene erbt diesen Prozentfehler zusätzlich zur Ablesung.

Verbesserung

Eichreihe mit mehr Punkten; D regelmäßig nachprüfen.

Schwankende Anzeige beim Zieheneher zufällig

Ursache

Ruckgleiten des Klotzes (Stick-Slip).

Auswirkung

Die ist nur als Mittelwert mit Bandbreite angebbar.

Verbesserung

Langsam und gleichmäßig ziehen; Mittelwert und Schwankungsbreite angeben.

Das Wichtigste

Das Gesetz

Im Arbeitsbereich der Feder gilt F=D⋅sF = D \cdot s: und Dehnung sind proportional.

Federkonstante

D=F/sD = F/s (Einheit N/m) misst die Härte: Unsere Messfeder hat D=25 N/mD = 25\ \mathrm{N/m}, also 0,25 N je Zentimeter.

Die Grenze

Oberhalb der Proportionalitätsgrenze dehnt sich die Feder überproportional und bleibt schließlich verformt: Das Gesetz gilt nur im elastischen Bereich.

Anwendung

Der Federkraftmesser ist das als Gerät: Skala statt Rechnung.

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