Zum Inhalt springen
Zurück zu den Experimenten

Transformator

SchulversuchMagnetismus / ElektromagnetismusKlasse 9Standard

Worum geht es?

Der überträgt elektrische zwischen zwei getrennten und wandelt dabei die : hinauf oder hinunter, je nach Windungszahlen. Das Werkzeug dahinter ist die : Die Primärspule erzeugt im Eisenkern ein wechselndes , das in der Sekundärspule Spannung induziert. Untersucht werden die Funktionsbedingungen (warum nur Wechselspannung?) und die Übersetzungsregel.

Warum macht man dieses Experiment?

Ohne kein Stromnetz: Nur weil sich Wechselspannung fast verlustfrei hoch- und heruntersetzen lässt, kann mit Hochspannung (kleine Ströme, kleine Leitungsverluste) über Land und mit ungefährlichen 230 V in die Steckdose. Jedes Ladegerät enthält das Prinzip im Kleinen. Der Versuch macht aus dem grauen Kasten ein durchschaubares Induktionsgerät.

Die physikalische Idee

Zwei sitzen auf einem geschlossenen Eisenkern, der das der Primärspule nahezu vollständig durch die Sekundärspule führt. Wechselstrom in der Primärspule bedeutet ständige Feldänderung im Kern, also dauernde in der Sekundärspule. Jede Windung erfährt dieselbe Flussänderung: Die verhalten sich deshalb wie die Windungszahlen.

Benötigtes Vorwissen

Für dieses Experiment hilft dir dieses Vorwissen. Du kannst es jederzeit nachschlagen — das Experiment bleibt auch so verständlich.

Wissenschaftliche Einordnung

Praktisch brauchbare entwickelten Zipernowsky, Bláthy und Déri 1885; im „Stromkrieg“ verhalf der Transformator dem Wechselstromsystem zum Sieg. Die Grundschaltung von damals ist bis heute unverändert im Einsatz.

Versuchsziel

Aktuelles Versuchsziel

Spannungsübersetzung prüfen

Prüfe die Übersetzungsregel U1U2=n1n2\tfrac{U_1}{U_2} = \tfrac{n_1}{n_2} quantitativ über mehrere Windungskombinationen, hinauf wie hinunter.

Gemessen

  • — Primär- und Sekundärspannung (in )

    Das gemessene Spannungspaar jeder Kombination.

Bekannt

  • — Windungszahlen

    Von den Steckspulen abgelesen; die unabhängig gewählten Größen.

Der Weg von der Messung zum Ergebnis:

Für diese Zielsetzung brauchst du:

  • Die zu prüfende Übersetzungsregel des unbelasteten Transformators.Zur Formelsammlung

Versuchsprotokoll

So ist ein physikalisches Versuchsprotokoll aufgebaut. Die Reihenfolge ist immer dieselbe — die Inhalte gehören zu deinem gewählten Versuchsziel.

1Aufgabenstellung

Miss die Sekundärspannung für vier Kombinationen bei U1=6,0 VU_1 = 6{,}0\ \mathrm{V}: 500/250, 500/500, 250/500 und 500/1000 Windungen. Vergleiche jede Messung mit der Vorhersage der Übersetzungsregel.

2Vorbetrachtung

Woher kommt die Windungsregel?

  1. Der geschlossene Kern führt (fast) den gesamten magnetischen Fluss durch beide : Jede einzelne Windung, egal in welcher Spule, erfährt dieselbe Flussänderung und damit dieselbe pro Windung, nenne sie uwu_w.

  2. Die Windungen jeder Spule liegen in Reihe; ihre Spannungen addieren sich:

  3. Division beider Gleichungen eliminiert das unbekannte uwu_w:

  4. Die Regel gilt für den unbelasteten (bzw. schwach belasteten) ; unter Last kommen Spannungsabfälle an den Wicklungen hinzu.

3Geräte / Stoffe

Aufbautransformator mit den drei Steckspulen; beide Voltmeter bleiben während der ganzen Reihe angeschlossen. Sekundärseite bleibt unbelastet (nur Voltmeter).

  • U-Kern mit Joch

    Führt das nahezu vollständig von der Primär- zur Sekundärspule: die magnetische „Leitung“ des Geräts.

  • Steckspulen 250 / 500 / 1000 Windungen

    Frei kombinierbare Primär- und Sekundärwicklungen für die Übersetzungs-Messreihe.

  • Wechselspannungsquelle (6 V AC)

    Primärversorgung; die Wechselform ist Funktionsbedingung.

  • Gleichspannungsquelle

    Für die entscheidende Gegenprobe: Was passiert bei DC?

  • Zwei AC-Voltmeter

    Messen Primär- und Sekundärspannung gleichzeitig.

4Skizze des Versuchsaufbaus

Messschaltung mit beiden Voltmetern; daneben die vorbereitete Tabelle mit Spalten für n₁, n₂, Vorhersage und Messwert.

Die Spannungen verhalten sich wie die WindungszahlenEisenkernn₁ = 500U₁ = 230 Vn₂ = 100U₂ = 46 VU₁ / U₂ = n₁ / n₂Er arbeitet nur mit Wechselspannung, weil nur sie sich ändert

Der : Primärspule, geschlossener Eisenkern, Sekundärspule. Das Windungsverhältnis bestimmt das Spannungsverhältnis: U1U2=n1n2\tfrac{U_1}{U_2} = \tfrac{n_1}{n_2} (unbelastet).

Aufbau: Aufbautransformator (U-Kern mit aufgesetztem Joch), Steckspulen mit 250, 500 und 1000 Windungen; Wechselspannungsquelle (Kleinspannung), Gleichspannungsquelle für die Gegenprobe, zwei Voltmeter (AC).

5Durchführung

Schritt 1: Kombination 500/250 stecken, Joch verspannen, U1=6,0 VU_1 = 6{,}0\ \mathrm{V} einstellen (am Voltmeter kontrolliert), U2U_2 ablesen.

Schritt 2 bis 4: Ebenso für 500/500, 250/500 und 500/1000. Vor jedem Umbau Quelle abschalten; U1U_1 jeweils nachregeln.

6Beobachtung

Messreihe bei U1=6,0 VU_1 = 6{,}0\ \mathrm{V} (unbelastet)
n1n_1n2n_2Vorhersage U2U_2gemessen U2U_2
5002503,0 V3{,}0\ \mathrm{V}2,95 V2{,}95\ \mathrm{V}
5005006,0 V6{,}0\ \mathrm{V}5,9 V5{,}9\ \mathrm{V}
25050012,0 V12{,}0\ \mathrm{V}11,8 V11{,}8\ \mathrm{V}
500100012,0 V12{,}0\ \mathrm{V}11,7 V11{,}7\ \mathrm{V}

Beispieldaten zur Veranschaulichung — keine echten Messwerte.

7Auswertung

Die Regel besteht die Prüfung in beide Richtungen: Halbe Windungszahl halbiert die (500/250: 2,952{,}95 statt 3,0 V3{,}0\ \mathrm{V}), doppelte verdoppelt sie (250/500 und 500/1000: je knapp 12 V12\ \mathrm{V}), und die 1:1-Kombination reproduziert die Eingangsspannung. Die kleinen Fehlbeträge von ein bis drei Prozent gehen auf Streufluss (nicht ganz aller Fluss durchsetzt die Sekundärspule) und Messgenauigkeit: dokumentieren, nicht wegrunden.

Zwei Lesarten der Regel: Pro Windung wird dieselbe Spannung , die „zählen“ nur verschieden oft mit. Wer 12 V12\ \mathrm{V} aus 6 V6\ \mathrm{V} macht, bekommt die doppelte Spannung, aber nach dem Energiesatz höchstens den halben Strom: Ein ist kein Verstärker, sondern ein Umtauscher. Genau dieser Umtausch (hohe Spannung gegen kleinen Strom) macht die Fernübertragung verlustarm.

8Fazit

Die Spannungsübersetzung folgt den Windungszahlen: U1/U2=n1/n2U_1/U_2 = n_1/n_2, in vier Kombinationen auf ein bis drei Prozent genau bestätigt. Der wandelt gegen Strom bei (nahezu) erhaltener .

9Fehlerbetrachtung

Die kleinen systematischen Fehlbeträge dieser Messung haben klare Ursachen:

Streuflusseher systematisch

Ursache

Ein kleiner Teil des Magnetfelds schließt sich durch die Luft statt durch die Sekundärspule.

Auswirkung

U2U_2 liegt systematisch ein bis drei Prozent unter der Vorhersage, beim Hochspannen stärker sichtbar.

Verbesserung

Joch fest verspannen, dicht am Kern; Restabweichung als Streufluss benennen.

Belastung durch das Voltmetereher systematisch

Ursache

Das Sekundär-Voltmeter zieht einen winzigen Strom.

Auswirkung

Bei hochohmigen Digitalgeräten unter einem Promille: hier vernachlässigbar; mit niederohmigen Zeigerinstrumenten früher relevant.

Verbesserung

Hochohmiges Voltmeter verwenden.

Primärspannung zwischen den Umbauten veränderteher systematisch

Ursache

Die Quelle liefert je nach Primärspule leicht andere .

Auswirkung

Vorhersagen mit nominellen 6,0 V passen nicht zur tatsächlichen Messung.

Verbesserung

U₁ bei jeder Kombination messen und mit dem Messwert vorhersagen (so durchgeführt).

Das Wichtigste

Funktionsbedingung

Der arbeitet nur mit Wechselspannung: Nur ein sich änderndes Feld . An Gleichspannung passiert (außer im Schaltmoment) nichts.

Übersetzungsregel

Unbelastet gilt U1U2=n1n2\tfrac{U_1}{U_2} = \tfrac{n_1}{n_2}: Die verhalten sich wie die Windungszahlen, denn jede Windung erfährt dieselbe Flussänderung.

Energie bleibt

Der ideale wandelt , nicht : P1≈P2P_1 \approx P_2, hochgespannte Seite führt entsprechend weniger Strom.

Netzanwendung

Hochspannen für den Ferntransport (weniger Leitungsverlust), Heruntersetzen zur Nutzung: die Kette vom Kraftwerk zur Steckdose.

Wie möchtest du weitermachen?