Vektoren / Analytische Geometrie
Punkte und Figuren im dreidimensionalen Raum
Das 3D-Koordinatensystem: Punkte darstellen, Mittelpunkte und Abstände berechnen.
Benötigte Grundlagen
Diese Themen kommen in diesem Kapitel vor und wurden vorher schon erklärt. Wenn dir eines davon unsicher vorkommt, frisch es kurz auf, sonst leg direkt los.
Einführung
Die Ebene mit ihren zwei Achsen kennst du seit Klasse 5, jetzt kommt die dritte Dimension hinzu. Im räumlichen hat jeder Punkt drei Koordinaten, und plötzlich lassen sich , und Flugbahnen exakt beschreiben. Die analytische Geometrie verbindet Anschauung und Rechnung im Raum.
Das kannst du nach diesem Kapitel
Punkte im 3D-Koordinatensystem darstellen und ihre Lage beschreiben.
aus Eigenschaften von Figuren auf Koordinaten schließen.
den Mittelpunkt einer Strecke im Raum berechnen.
Abstände zwischen Punkten mit dem Betrag bestimmen.
Das räumliche Koordinatensystem
Seit Klasse 5 beschreibst du Punkte in der Ebene mit zwei Koordinaten. Damit erreichst du jeden Punkt eines Blattes, aber keinen Punkt darüber oder darunter.
Warum genau drei Achsen
Um die Lage einer Drohne im Raum anzugeben, brauchst du drei Angaben: wie weit sie in Nord-Süd-Richtung steht, wie weit in Ost-West-Richtung, und wie hoch sie fliegt. Zwei Zahlen legen nur den Punkt auf dem Boden fest, über dem sie schwebt; die dritte gibt die Höhe an.
Deshalb bekommt das eine dritte Achse, die auf den beiden anderen senkrecht steht. Alle drei Achsen stehen paarweise senkrecht aufeinander und treffen sich im Ursprung . Jeder Punkt wird durch drei Koordinaten festgelegt:
Warum , , statt , ,
Beide Schreibweisen sind üblich und meinen dasselbe. Die durchnummerierte Form hat einen praktischen Vorteil: Sie passt zur Spaltenschreibweise der , in der die Koordinaten ohnehin schon , , heißen. Ein und „sein" Punkt tragen so dieselben Indizes, das erspart ständiges Übersetzen.
Wie man den Raum auf ein flaches Blatt zeichnet
Hier steckt eine echte Schwierigkeit: Ein Blatt hat nur zwei Dimensionen. Drei zueinander senkrechte Achsen lassen sich darauf nicht alle gleichzeitig als rechte darstellen.
Die übliche Lösung ist das Schrägbild (Kabinettprojektion), das du von den Quader-Schrägbildern aus Klasse 5 kennst:
- Die -Achse zeigt nach rechts, die -Achse nach oben, beide in wahrer Länge.
- Die -Achse zeigt schräg nach vorn-links und wird nur halb so lang gezeichnet.
Warum die Verkürzung? Sie erzeugt den Tiefeneindruck. Zeichnete man die -Achse in voller Länge, sähe ein wie ein schiefes aus, und man könnte „nach vorn" nicht mehr von „nach rechts oben" unterscheiden.
Was das für dich bedeutet: Im Schrägbild sind Längen und Winkel entlang der -Richtung verzerrt dargestellt. Ein rechter Winkel kann darin spitz aussehen, gleich lange Strecken verschieden lang. Gerechnet wird deshalb immer mit den Koordinaten, nicht am Bild abgemessen. Die Zeichnung dient der Vorstellung, die Rechnung liefert die Wahrheit.
3D-Koordinatensystem: ein Punkt
Um zu erreichen, geht man von drei Schritte in -Richtung, vier in -Richtung und zwei in -Richtung, jede Koordinate ist eine Verschiebung entlang einer Achse.
Von Eigenschaften zu Koordinaten
In Aufgaben sind selten alle Punkte gegeben. Häufig heißt es: „Ein mit der Kantenlänge liegt so im , dass …", und du musst die fehlenden Ecken selbst bestimmen. Dafür braucht es kein Auswendiglernen, sondern eine Denkweise.
Die Grundfrage: Was ändert sich, wenn ich eine Kante entlanggehe?
Nimm einen Würfel mit der Kantenlänge , dessen Ecke im Ursprung liegt und dessen Kanten entlang der Achsen verlaufen. Startest du in und gehst eine Kante entlang, so ändert sich genau eine Koordinate um , die beiden anderen bleiben unverändert, weil du dich in diesen Richtungen ja nicht bewegst.
Damit lassen sich die drei Nachbarecken direkt angeben:
Gehst du zwei Kanten in verschiedene Richtungen, sind zwei Koordinaten gleich ; gehst du drei, sind es alle drei. Die gegenüberliegende Ecke ist deshalb .
Die Systematik dahinter
Jede Koordinate einer Würfelecke ist entweder oder , etwas anderes kann nicht vorkommen, denn jede Kante führt entweder ganz hin oder gar nicht.
Für jede der drei Koordinaten gibt es also zwei Möglichkeiten, insgesamt:
Und ein Würfel hat genau Ecken. Die Abzählung passt exakt, ein schöner Hinweis darauf, dass wir keine Ecke übersehen haben.
Die Denkweise verallgemeinert
Dasselbe Vorgehen trägt weit über den Würfel hinaus:
- mit den Kantenlängen , , : Jede Koordinate ist oder die jeweilige Kantenlänge.
- Verschobene Figur (Ecke nicht im Ursprung): Erst die Figur wie oben am Ursprung denken, dann jeden Punkt um denselben verschieben.
- Spitze einer über einer quadratischen Grundfläche: Sie liegt senkrecht über dem Mittelpunkt der Grundfläche, hat also dessen erste beiden Koordinaten und als dritte die Höhe.
Die Leitfrage lautet immer: Welche geometrische Eigenschaft ist gegeben, und was bedeutet sie für die einzelnen Koordinaten?
Würfel mit Kantenlänge a=4
Ein mit Kantenlänge , eine Ecke im Ursprung. Jede Würfelecke hat nur Koordinaten oder , die zu diagonal gegenüberliegende Ecke hat überall die maximale Koordinate. Die gestrichelte Raumdiagonale misst .
Der Mittelpunkt einer Strecke
Wo liegt die Mitte zwischen und ? Die verbreitete Regel „Koordinaten addieren und halbieren" stimmt, aber sie soll hier nicht vom Himmel fallen, sondern entstehen.
Der Weg zur Mitte
Um zum Mittelpunkt zu gelangen, gehst du von aus den halben Weg in Richtung . Der ganze Weg ist der Verbindungsvektor , der halbe also :
Das ist die Formel schon, nur noch nicht in der handlichen Form.
Umformen zur bekannten Gestalt
Setze ein (hergeleitet im Kapitel „: Grundlagen und Rechenoperationen"):
Klammer auflösen:
Die beiden -Anteile zusammenfassen, von einem ganzen bleibt nach Abzug eines halben genau ein halbes übrig:
In Koordinaten geschrieben:
Jetzt ist auch klar, warum es der ist: Der Mittelpunkt liegt „zu gleichen Teilen bei und bei ", beide gehen mit demselben Gewicht ein. Das ist derselbe Gedanke wie beim Mittelwert zweier Zahlen.
Eine Kontrolle, die immer funktioniert
Der Mittelpunkt muss von und von gleich weit entfernt sein. Wer unsicher ist, rechnet und aus, beide Werte müssen übereinstimmen.
Noch schneller geht die Überschlagsprobe: Jede Koordinate von muss zwischen den entsprechenden Koordinaten von und liegen. Liegt sie außerhalb, ist irgendwo ein Vorzeichen verrutscht.
Erkläre es selbst: Diesmal kennst du den Punkt A und den Mittelpunkt M der Strecke AB. Wie findest du daraus den Endpunkt B, anschaulich oder mit der Formel?
Anschaulich: liegt genau in der Mitte, der Weg von nach ist derselbe wie der von nach . Geh den von aus also noch einmal weiter:
Mit der Formel: Löse die Mittelpunktsformel nach auf. Aus wird durch Verdoppeln , also
Beide Wege sind derselbe Gedanke, denn , die Formel ist nur die Kurzfassung des „noch einmal weiter"-Schritts. Genau diese Umkehrung brauchst du in Übung 3.
Der Abstand zweier Punkte
Der Abstand ist die Länge der Strecke zwischen zwei Punkten, und Längen von berechnest du seit dem Vektor-Kapitel mit dem Betrag.
In zwei Schritten
Der Weg von nach ist der Verbindungsvektor . Der Abstand ist seine Länge:
Ausgeschrieben ergibt sich daraus die Abstandsformel:
Sie ist nichts Neues, sondern die Betragsformel, in die der Verbindungsvektor bereits eingesetzt wurde. Falls dir die Herleitung über den zweifachen nicht mehr präsent ist, sieh im Kapitel „Vektoren: Grundlagen und Rechenoperationen" nach. Dort entsteht sie Schritt für Schritt.
Der häufigste Fehler bei dieser Formel
In der Formel stehen Differenzen, keine Koordinaten. Wer für und rechnet
hat die Koordinaten von direkt eingesetzt und damit etwas ganz anderes berechnet: den Abstand von zum Ursprung.
Richtig ist zuerst und dann
Merke dir die Reihenfolge als festen Ablauf: erst „Spitze minus Fuß", dann quadrieren, dann summieren, dann die . Wer die Differenzen zuerst bildet, kann diesen Fehler gar nicht machen.
Ein Nebeneffekt, der oft irritiert
Ist eine Differenz null, fällt der zugehörige Summand weg: im Beispiel oben die dritte Koordinate, weil beide Punkte auf derselben Höhe liegen. Die Rechnung wird dadurch zum gewöhnlichen Pythagoras in der Ebene. Das ist kein Sonderfall und keine Vereinfachung, die man sich merken müsste, sondern der natürliche Fall „keine Bewegung in dieser Richtung".
Mittelpunkt und Abstand zweier Punkte
Der Mittelpunkt liegt genau in der Mitte der Strecke : . Der Abstand ist die Länge dieser Strecke.
Besondere Lagen
Eine Null unter den Koordinaten ist kein Zufall. Sie verrät die Lage des Punktes. Wer das liest, spart in Aufgaben viel Rechenarbeit.
Was eine Null bedeutet
Eine Koordinate gibt an, wie weit man in die zugehörige Achsenrichtung gehen muss. Ist sie , geht man in dieser Richtung gar nicht, der Punkt bleibt auf der „Grundstellung" dieser Achse.
Daraus ergibt sich eine vollständige Systematik nach der Anzahl der Nullen:
| Nullen | Lage des Punktes | Beispiel |
|---|---|---|
| keine | frei im Raum | $P(3 |
| eine | in einer Koordinatenebene | $P(3 |
| zwei | auf einer Koordinatenachse | $P(5 |
| drei | im Ursprung | $O(0 |
Die Logik dahinter
Jede Null nimmt dem Punkt eine Bewegungsfreiheit. Ohne Null kann er sich in alle drei Richtungen bewegen. Er liegt frei im Raum. Mit einer Null ist er auf eine festgelegt, mit zwei Nullen auf eine Linie, mit drei Nullen auf einen einzigen Punkt.
Vorsicht bei der Benennung: Die Ebene heißt nach den Koordinaten, die übrig bleiben, nicht nach der, die null ist. Bei dürfen und frei variieren. Es ist also die -Ebene. Diese Verwechslung ist die häufigste Fehlerquelle in diesem Abschnitt.
Wofür man das braucht
Diese Lesart wird später zum Werkzeug: Wenn du wissen willst, wo eine Gerade den Boden durchstößt, suchst du den Punkt mit , den Spurpunkt. Statt geometrisch zu konstruieren, setzt du eine einzige Koordinate auf null und rechnest.
Auch bei Figuren hilft es: Liegt eine ganze Grundfläche in der -Ebene, haben alle ihre Eckpunkte die dritte Koordinate , das reduziert die Rechnung auf ein zweidimensionales Problem.
Abstand und Mittelpunkt
Gegeben und . Berechne den Abstand und den Mittelpunkt.
- 1
Angaben ordnen. Zwei Punkte sind gegeben, zwei Größen gesucht: der Abstand (eine Zahl mit Längeneinheit) und der Mittelpunkt (ein Punkt mit drei Koordinaten).
Eine Beobachtung vorweg: Beide Punkte haben dieselbe dritte Koordinate . Sie liegen also auf gleicher Höhe, die Verbindungsstrecke verläuft waagerecht. Das wird später die Rechnung vereinfachen und dient zugleich als Kontrolle.
- 2
Schritt 1: Verbindungsvektor bilden. Für beide Teilaufgaben ist er die Grundlage, also berechnen wir ihn zuerst: „Spitze minus Fuß":
Die dritte Koordinate ist , genau wie in der Vorüberlegung erwartet ✓
- 3
Schritt 2: Welche Formel für den Abstand, und warum? Der Abstand ist die Länge der Verbindung, also der Betrag des eben berechneten :
- 4
Schritt 3: Einsetzen und ausrechnen.
Die vereinfachen (nicht zwingend, aber sauberer): , und aus der lässt sich die Wurzel ziehen:
- 5
Schritt 4: Welche Formel für den Mittelpunkt, und warum? liegt auf halbem Weg, deshalb geht jeder der beiden Ortsvektoren mit dem Gewicht ein:
In Koordinaten heißt das: jede Koordinate einzeln mitteln.
- 6
Schritt 5: Koordinatenweise mitteln.
Die dritte Koordinate bleibt , sinnvoll, denn wenn beide Punkte auf der Höhe liegen, muss auch ihre Mitte dort liegen.
- 7
Schritt 6: Kontrolle des Mittelpunkts. Zwei unabhängige Prüfungen:
Liegt dazwischen? Jede Koordinate von muss zwischen denen von und liegen: ✓, ✓, ✓
Gleiche Abstände? mit , und mit demselben Betrag ✓
Beide Teilstrecken messen , zusammen , also genau den in Schritt 3 berechneten Abstand ✓
- 8
Schritt 7: Einheiten und Antwort. Der Abstand wird in Längeneinheiten (LE) angegeben, da die Achsen keine physikalische Einheit tragen. Der Mittelpunkt ist ein Punkt und bekommt deshalb keine Einheit, sondern die Punktschreibweise mit senkrechten Strichen.
Plausibilität des Abstands: Die längste Einzelkoordinate der Verschiebung ist , die Summe der Beträge . Der direkte Weg muss dazwischenliegen: ✓
Abstand: LE · Mittelpunkt:
Der Ablauf für beide Teilaufgaben: zuerst den Verbindungsvektor bilden. Er trägt die ganze Information. Der Abstand ist sein Betrag, der Mittelpunkt der der . Kontrolle: muss von beiden Punkten gleich weit entfernt sein.
Fehlende Würfelecke bestimmen
Ein hat die Ecken , , und . Bestimme die Ecke , die diagonal gegenüberliegt (Raumdiagonale).
- 1
Die Angaben lesen. Vier Ecken sind gegeben, und ihre Koordinaten verraten die Lage des Würfels:
- liegt im Ursprung.
- , und unterscheiden sich von jeweils in genau einer Koordinate, und zwar um .
Das bedeutet: Die drei Kanten von aus verlaufen entlang der Koordinatenachsen, und die Kantenlänge beträgt . Genau die günstige Lage aus der Theorie.
- 2
Schritt 1: Was heißt „diagonal gegenüber"? Nicht jede Ecke, die weit weg aussieht, ist die richtige. Der Würfel hat drei Arten von Verbindungen von aus:
- Kante: eine Koordinate ändert sich (drei Stück: , , )
- Flächendiagonale: zwei Koordinaten ändern sich (drei Stück)
- Raumdiagonale: alle drei Koordinaten ändern sich (genau eine)
Gesucht ist also die Ecke, bei der man von aus in allen drei Richtungen die volle Kantenlänge geht.
- 3
Schritt 2: Die Koordinaten aufstellen. Von aus in allen drei Richtungen um :
Kontrolle mit der Systematik aus der Theorie: Jede Würfelecke hat in jeder Koordinate entweder oder . hat dreimal . Das ist die einzige Ecke, die sich in allen Koordinaten von (dreimal ) unterscheidet ✓
- 4
Schritt 3: Die Raumdiagonale als . Um ihre Länge zu bestimmen, brauchen wir zuerst den Verbindungsvektor:
Weil im Ursprung liegt, stimmt der Verbindungsvektor hier ausnahmsweise mit den Koordinaten von überein. Das gilt nur bei einer Ecke im Ursprung, sonst muss regulär subtrahiert werden.
- 5
Schritt 4: Die Länge berechnen.
Vereinfachen: , und :
- 6
Schritt 5: Kontrolle mit der allgemeinen Formel. Für einen Würfel mit der Kantenlänge gibt es die Formel . Auch sie ist nur der zweifache , hier allgemein statt mit Zahlen:
Flächendiagonale: . Raumdiagonale: .
Mit : ✓, dasselbe Ergebnis wie über die Koordinaten.
- 7
Schritt 6: Plausibilität. Die Raumdiagonale muss länger als jede Kante () und länger als jede Flächendiagonale () sein, aber kürzer als der Weg über drei Kanten ():
Der Wert liegt genau im erwarteten Bereich.
; die Raumdiagonale misst LE.
Zum Mitnehmen: Zähle bei Würfel- und Quaderaufgaben, in wie vielen Koordinaten sich zwei Ecken unterscheiden, eine bedeutet Kante, zwei Flächendiagonale, drei Raumdiagonale. Das ersetzt die räumliche Vorstellung durch eine sichere Abzählung.
Dreieck im Raum untersuchen
Gegeben sind , und . Untersuche, ob das gleichschenklig und ob es rechtwinklig ist.
- 1
Was ist zu tun, und womit? Beide Fragen betreffen Seitenlängen:
- Gleichschenklig heißt: (mindestens) zwei Seiten sind gleich lang.
- Rechtwinklig lässt sich über die Umkehrung des Satzes von prüfen (Klasse 9): Gilt in einem Dreieck mit der längsten Seite , so ist es rechtwinklig, und andernfalls nicht.
Der Plan: alle drei Seitenlängen berechnen, dann beide Fragen daran beantworten.
- 2
Schritt 1: Die drei Verbindungsvektoren. Jede Seite ist die Verbindung zweier Ecken, jeweils „Spitze minus Fuß":
Die Richtung ist hier gleichgültig: Für eine Länge spielt es keine Rolle, ob man oder nimmt, beim Quadrieren verschwinden die Vorzeichen ohnehin.
- 3
Schritt 2: Die Seitenlängen.
Bei die Klammer beachten, das Quadrat einer negativen Zahl ist positiv.
- 4
Schritt 3: Erste Frage beantworten, gleichschenklig? Zwei der drei Seiten sind gleich lang:
Ja, das Dreieck ist gleichschenklig. Die beiden gleich langen Seiten heißen Schenkel, die dritte Seite ist die Basis.
Die Spitze liegt bei , dort treffen die beiden Schenkel zusammen. Diese Angabe gehört zu einer vollständigen Antwort, denn „gleichschenklig" allein sagt noch nicht, welche Ecke die besondere ist.
- 5
Schritt 4: Zweite Frage vorbereiten, welche Seite ist die längste? Für die Pythagoras-Umkehrung muss die längste Seite auf der einen Seite der stehen, denn nur sie kann die sein.
Vergleich: , und . Die längste Seite ist .
Falls das Dreieck rechtwinklig wäre, läge der rechte Winkel folglich bei , dem Punkt gegenüber der längsten Seite.
- 6
Schritt 5: Die Pythagoras-Bedingung prüfen. Wir rechnen mit den Quadraten, das erspart die :
Die Bedingung ist nicht erfüllt, das Dreieck ist nicht rechtwinklig.
- 7
Schritt 6: Das Ergebnis deuten. Die Abweichung sagt sogar, in welche Richtung:
Weil größer ist als , ist die gegenüberliegende Seite kürzer, als sie bei einem rechten Winkel sein müsste. Der Winkel bei ist demnach spitz, also kleiner als .
Anschaulich: Je weiter man die beiden Schenkel zusammenklappt, desto kürzer wird die Basis dazwischen.
- 8
Schritt 7: Plausibilität. Zwei Kontrollen:
Dreiecksungleichung: Jede Seite muss kürzer sein als die Summe der beiden anderen: ✓, die drei Punkte bilden tatsächlich ein Dreieck und liegen nicht auf einer Geraden.
Größenordnung: Alle drei Seiten liegen zwischen und , sind also fast gleich lang. Ein solches Dreieck ist beinahe gleichseitig, und in einem gleichseitigen Dreieck betragen alle Winkel . Dass der Winkel bei spitz ist, passt dazu ✓
Das Dreieck ist gleichschenklig mit den Schenkeln LE und der Basis LE. Es ist nicht rechtwinklig, da ; der bei ist spitz.
Der Ablauf bei Figur-Untersuchungen: alle Seitenlängen über Verbindungsvektoren und Beträge bestimmen → gleiche Längen vergleichen (gleichschenklig/gleichseitig) → längste Seite suchen und die Pythagoras-Umkehrung mit den prüfen (rechtwinklig).
Typischer Fehler
Abstand von und : „."
Hier wurden die Koordinaten von statt der Differenzen eingesetzt! Der Abstand nutzt den Verbindungsvektor , also . Immer erst „Spitze minus Fuß" rechnen, dann den Betrag bilden. Wer die absoluten Koordinaten quadriert, misst den Abstand vom Ursprung, nicht zwischen den Punkten.
Übung 1
leichtBerechne Abstand und Mittelpunkt von und .
Tipp anzeigen
.
Lösung anzeigen
; Abstand LE.
Detaillierte Schritterklärung anzeigen
Hier wird jeder Schritt einzeln erklärt, vor allem, warum er gemacht wird.
✦ Empfohlen: Standard – Die normale Erklärungstiefe passt zum Einstieg.
- 1
Verbindungsvektor bilden
.
- 2
Abstand als Betrag
LE.
Zwischenergebnis
LE
- 3
Mittelpunkt bestimmen
.
Übung 2
mittelEin hat die Ecken , , . a) In welcher Ebene liegt es? b) Berechne die Seitenlänge . c) Ist das Dreieck gleichschenklig? (Prüfe und .)
Tipp anzeigen
Alle ; Beträge der Verbindungsvektoren.
Lösung anzeigen
a) Alle dritten Koordinaten sind 0 → in der -Ebene.
b) , .
c) , ; , . Gleich → gleichschenklig ().
Detaillierte Schritterklärung anzeigen
Hier wird jeder Schritt einzeln erklärt, vor allem, warum er gemacht wird.
✦ Empfohlen: Standard – Die normale Erklärungstiefe passt zum Einstieg.
- 1
a) Die gemeinsame Ebene erkennen
Alle drei Punkte haben → das Dreieck liegt vollständig in der -Ebene (der „Bodenebene" des ).
- 2
b) Seitenlänge AB
, also .
- 3
c) Gleichschenkligkeit über zwei Beträge
, ; , . Gleich → gleichschenklig mit Basis .
Übung 3
schwerGegeben und der Mittelpunkt der Strecke . a) Bestimme den Endpunkt . b) Berechne die Länge der Strecke .
Tipp anzeigen
a) .
Lösung anzeigen
a) .
b) ; LE.
Detaillierte Schritterklärung anzeigen
Hier wird jeder Schritt einzeln erklärt, vor allem, warum er gemacht wird.
✦ Empfohlen: Standard – Die normale Erklärungstiefe passt zum Einstieg.
- 1
a) Die Mittelpunktsformel umkehren
Aus folgt : .
- 2
a) Mit der Definition prüfen
Kontrolle: und ✓.
- 3
b) Länge der Strecke
: LE.
Zwischenergebnis
LE
Zusammenfassung
Im räumlichen hat jeder Punkt drei Koordinaten. Der Mittelpunkt einer Strecke ist der der Koordinaten, der Abstand der Betrag des Verbindungsvektors (, dann 3D-Pythagoras). Aus Figur-Eigenschaften (, ) folgen fehlende Koordinaten, und Null-Koordinaten verraten Lagen auf Achsen oder in Koordinatenebenen.


