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Magnetfeld eines Stabmagneten

SchulversuchMagnetismus / ElektromagnetismusKlasse 9Grundlagen

Worum geht es?

Der Stabmagnet ist das Urbild des Magnetismus: zwei Pole, ein unsichtbares Feld, Fernwirkung ohne Berührung. In drei Zielsetzungen wird er vollständig untersucht: Welche Stoffe spürt er überhaupt (Kraftwirkung)? Wie zeigt eine Kompassnadel Richtung und Stärke des Feldes an? Und welches Gesamtbild zeichnen tausende Eisenfeilspäne auf einen Schlag?

Warum macht man dieses Experiment?

Das des Stabmagneten ist die Blaupause für alle weiteren Felder des Magnetismus: Das Feld der sieht außen genauso aus, das Erdfeld ebenfalls. Die Feldlinienbilder, die hier entstehen, sind die Sprache, in der später Elektromagnete, Motoren und beschrieben werden. Und der Versuch räumt mit hartnäckigen Fehlvorstellungen auf: Magnete ziehen nicht „alles Metall“ an, und ein halbierter Magnet hat keineswegs nur noch einen Pol.

Die physikalische Idee

Drei Sonden, drei Blickwinkel: Materialproben zeigen, worauf das Feld wirkt. Die drehbare Kompassnadel ist eine Punktsonde, die an jedem Ort die Feldrichtung anzeigt. Eisenfeilspäne sind tausende Minisonden auf einmal: Jeder Span wird im Feld selbst magnetisch, richtet sich aus und kettet sich an seine Nachbarn, das Feldlinienbild entsteht in Sekunden.

Benötigtes Vorwissen

Für dieses Experiment hilft dir dieses Vorwissen. Du kannst es jederzeit nachschlagen — das Experiment bleibt auch so verständlich.

Wissenschaftliche Einordnung

Magnetit war schon in der Antike bekannt; William Gilbert erkannte 1600, dass die Erde selbst ein Magnet ist. Die Feldlinien-Sprache stammt von Faraday, und die Suche nach dem isolierten Magnetpol (Monopol) blieb bis heute erfolglos: ein experimentell bestens gesicherter Nullbefund.

Versuchsziel

Aktuelles Versuchsziel

Feld mit der Kompassnadel sondieren

Kartiere das punktweise: Bestimme mit der Kompassnadel an vielen Orten rund um den Magneten die Feldrichtung und setze daraus den Verlauf der Feldlinien zusammen.

Bekannt

  • — Magnetische Flussdichte (Richtung) (in )

    Die Nadel zeigt die Richtung des Feldes an jedem Ort; Beträge werden hier nicht gemessen.

Versuchsprotokoll

So ist ein physikalisches Versuchsprotokoll aufgebaut. Die Reihenfolge ist immer dieselbe — die Inhalte gehören zu deinem gewählten Versuchsziel.

1Aufgabenstellung

Lege den Magneten auf ein großes Blatt, setze die Kompassnadel an mindestens zwölf Positionen rundherum und zeichne jeweils die Nadelrichtung als Pfeil ein. Verbinde die Pfeile zu Feldlinien.

2Vorbetrachtung

Die Kompassnadel ist selbst ein kleiner Magnet: Im Feld dreht sie sich, bis ihr Nordpol in Feldrichtung zeigt (die Richtung ist per Konvention die, in die eine Nordpol-Sonde gezogen würde: außen vom Nord- zum Südpol des Stabmagneten). Punkt für Punkt gesetzt, liefert die Nadel also Richtungspfeile des Feldes, und eine Linie, die überall diesen Pfeilen folgt, ist per Definition eine Feldlinie. Die Punktsondierung ist mühsamer als das Spänebild, aber sie liefert etwas, das die Späne nicht können: die Richtung (Pfeilspitze!) jeder Linie.

3Geräte / Stoffe

Magnet, Kompassnadel, großes Papier, Bleistift. Eisenteile (auch Handys und Tischgestelle) vom Arbeitsplatz entfernen: Sie verbiegen das Feldbild.

  • Stabmagnet (kräftig, mit markierten Polen)

    Die Feldquelle; Nord rot, Süd grün markiert.

  • Kompassnadel auf Nadellager

    Punktsonde für die Feldrichtung: Sie stellt sich tangential zur Feldlinie ein.

  • Eisenfeilspäne im Streuer

    Flächensonde für das Gesamtbild: Jeder Span wird zum Minimagneten und reiht sich ins Feld ein.

  • Glasplatte oder Karton

    Trennt Späne und Magnet: Das Bild bleibt eben und die Späne lassen sich rückstandslos einsammeln.

  • Materialproben

    Für den Kraftwirkungstest: Welche Stoffe zieht der Magnet an?

4Skizze des Versuchsaufbaus

Das Blatt mit Magnetumriss und den zwölf geplanten Sondierpunkten: vor den Polen, seitlich, diagonal, nah und fern.

Außen von Nord nach Süd, innen zurückNSJede magnetische Feldlinie ist geschlossen

Das erwartete Feldbild: geschlossene Linien, die außen vom Nord- zum Südpol laufen und im Inneren des Magneten zurück. An den Polen drängen sie sich: Dort ist das Feld am stärksten.

Aufbau: Stabmagnet auf dem Tisch, darüber (für das Spänebild) eine Glasplatte oder ein Blatt Karton; kleine Kompassnadel auf Nadellager; Materialkasten mit Proben (Eisen, Stahl, Kupfer, Aluminium, Messing, Kunststoff, Holz, Nickelmünze).

5Durchführung

Schritt 1: Magnetumriss aufzeichnen, Pole beschriften.

Schritt 2: Nadel an den ersten Punkt setzen, warten bis sie ruht, Richtung als Pfeil (Nadel-Nordpol = Spitze) einzeichnen.

Schritt 3: Alle Punkte abarbeiten; zusätzlich einige Punkte in größerem Abstand.

Schritt 4: Linienzüge einzeichnen, die überall den Pfeilen folgen.

6Beobachtung

Vor dem Nordpol zeigen alle Pfeile vom Magneten weg, vor dem Südpol auf ihn zu; seitlich verlaufen sie in Bögen vom Nord- zum Südpol. Weit weg vom Magneten dreht sich die Nadel kaum noch aus der Nord-Süd-Richtung des Erdfelds heraus.

7Auswertung

Die verbundenen Pfeile ergeben das bekannte Feldbild: Bögen vom Nordpol zum Südpol, dicht an den Polen, weit geschwungen in der Ferne. Die Pfeilrichtungen legen die Konvention offen: Außen laufen die Linien von Nord nach Süd (im Inneren, für die Nadel unzugänglich, schließen sie sich von Süd nach Nord: Das Feldbild der Theorie ergänzt, was die Sonde nicht erreichen kann).

Der Fernbereich zeigt zweierlei: Das fällt mit dem Abstand rasch ab, und darunter liegt überall das Erdmagnetfeld, das die Nadel übernimmt, sobald der Stabmagnet zu schwach geworden ist. Die Kompassnadel funktioniert als Navigationsgerät nur, weil die Erde selbst ein Magnet ist.

8Fazit

Die punktweise Sondierung liefert das gerichtete Feldlinienbild des Stabmagneten: geschlossene Bögen, außen von Nord nach Süd, dicht an den Polen und rasch schwächer werdend, bis das Erdfeld übernimmt.

9Fehlerbetrachtung

Die Sonde selbst und die Umgebung sind die Störquellen:

Erdmagnetfeld überlagerteher systematisch

Ursache

In größerem Abstand ist das Erdfeld mit dem Stabmagnetfeld vergleichbar.

Auswirkung

Die äußeren Pfeile sind ein Mischergebnis; die Linien scheinen sich alle nach Norden zu verbiegen.

Verbesserung

Nahbereich fürs Feldbild verwenden; die Fernpunkte bewusst als Übergang zum Erdfeld deuten.

Eisen in der Umgebungeher systematisch

Ursache

Tischgestell, Scheren, zweites Magnetmaterial in der Nähe.

Auswirkung

Lokale Verzerrungen: einzelne Pfeile passen nicht ins Bild.

Verbesserung

Arbeitsplatz räumen; auffällige Punkte nach dem Umlagern erneut sondieren.

Ummagnetisierte Kompassnadeleher systematisch

Ursache

Die Nadel wurde zu dicht an einen starken Pol gebracht und umgepolt.

Auswirkung

Alle Pfeile zeigen plötzlich rückwärts: das Feldbild scheint die Konvention zu verletzen.

Verbesserung

Nadel vor Beginn am bekannten Erdfeld prüfen (rot nach Norden); nach Kontakt mit dem Polbereich erneut prüfen.

Das Wichtigste

Wen das Feld packt

Dauerhaft angezogen werden nur ferromagnetische Stoffe (Eisen, Nickel, Cobalt und ihre Legierungen). Kupfer, Aluminium, Messing bleiben unbeeindruckt: „Metall“ ist nicht das Kriterium.

Polregeln

Gleichnamige Pole stoßen sich ab, ungleichnamige ziehen sich an; die ist an den Polen am größten und fällt mit dem Abstand rasch ab.

Feldlinienbild

Feldlinien laufen außen von Nord nach Süd und schließen sich durch den Magneten: Es gibt keine Anfänge oder Enden, jede Linie ist geschlossen.

Kein Monopol

Ein zerteilter Magnet liefert zwei vollständige Magnete mit je zwei Polen: Die Pole sind Austrittszonen des Feldes, keine trennbaren .

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