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Stochastik

Statistische Kenngrößen und Boxplot

Median, Quartile, Modalwert, Mittelwert und Spannweite: Daten auf den Punkt gebracht.

Benötigte Grundlagen

Diese Themen kommen in diesem Kapitel vor und wurden vorher schon erklärt. Wenn dir eines davon unsicher vorkommt, frisch es kurz auf, sonst leg direkt los.

Einführung

„Der Durchschnitt unserer Mathearbeit war 2,8.": Ein einziger Wert fasst 25 Noten zusammen! Solche Kenngrößen verdichten Datenberge auf das Wesentliche. Aber Vorsicht: Jede Kenngröße erzählt eine andere Geschichte, und manche lassen sich von Ausreißern täuschen. Hier lernst du das komplette Werkzeug-Set inklusive Boxplot.

Das kannst du nach diesem Kapitel

  • Minimum, Maximum und Spannweite einer Datenreihe bestimmen.

  • den Median (Zentralwert) und die Quartile bestimmen.

  • Modalwert und arithmetisches Mittel berechnen.

  • Daten im Boxplot darstellen und Boxplots vergleichen.

  • beurteilen, welche Kenngröße wann aussagekräftig ist.

Die Kenngrößen im Überblick

Beispieldaten (geordnet!): 1,2,2,3,3,3,4,5,61, 2, 2, 3, 3, 3, 4, 5, 6 (99 Werte).

  • Minimum / Maximum: kleinster und größter Wert → 11 und 66.
  • Spannweite: Maximum −- Minimum → 6−1=56 - 1 = 5.
  • Modalwert: der häufigste Wert → 33 (kommt dreimal vor).
  • Arithmetisches Mittel („Durchschnitt"): Summe aller Werte geteilt durch ihre Anzahl → 299≈3,2\frac{29}{9} \approx 3{,}2.
0123Häufigkeit112233141516Mittelwert ≈ 3,2

Die Beispieldaten 1,2,2,3,3,3,4,5,61, 2, 2, 3, 3, 3, 4, 5, 6 als Häufigkeitsdiagramm. Die hervorgehobene Säule bei 33 ist zugleich der Modalwert (häufigster Wert) und der Median (mittlerer Wert der geordneten Liste). Die gestrichelte Linie zeigt das arithmetische Mittel 299≈3,2\frac{29}{9} \approx 3{,}2. Es liegt hier etwas rechts vom Median, weil die größeren Werte 55 und 66 den Durchschnitt nach oben ziehen. Genau das meint „das Mittel reagiert empfindlich auf Ausreißer".

Der Median (Zentralwert)

Der Median ist der Wert in der Mitte der geordneten Liste, die Hälfte der Werte liegt darunter, die Hälfte darüber.

  • Ungerade Anzahl: der mittlere Wert. Bei 99 Werten: der 5.5. → Median =3= 3.
  • Gerade Anzahl: das arithmetische Mittel der beiden mittleren Werte.

Wichtig: Vor dem Ablesen immer ordnen!

Quartile und Boxplot

Die Quartile vierteln die geordneten Daten:

  • unteres Quartil Q1Q_1: Median der unteren Hälfte.
  • oberes Quartil Q3Q_3: Median der oberen Hälfte.

Der Boxplot macht fünf Kenngrößen auf einen Blick sichtbar: Minimum, Q1Q_1, Median, Q3Q_3: Maximum. Die „Box" reicht von Q1Q_1 bis Q3Q_3 (dort liegt die mittlere Hälfte der Daten), der Strich in der Box ist der Median, die „Antennen" reichen bis Minimum und Maximum.

Der Boxplot: fünf Kenngrößen auf einen Blick

1215,51923261214161820222426m

So sieht ein Boxplot aus, hier für acht Weitwurf-Weiten in Metern: Die Box reicht von Q1=15,5Q_1 = 15{,}5 bis Q3=23Q_3 = 23, dort liegt die mittlere Hälfte der Würfe. Der farbige Strich in der Box markiert den Median 1919, die Antennen enden bei Minimum 1212 und Maximum 2626. Diese fünf Zahlen berechnest du im Beispiel „Boxplot erstellen“ Schritt für Schritt selbst.

Mittel oder Median?

Beide Kenngrößen sollen „die Mitte" beschreiben, aber sie tun es sehr unterschiedlich. Der Unterschied entscheidet, welche Zahl ehrlich informiert.

Der Test mit dem Ausreißer

Stell dir zehn Personen vor, die alle etwa 2 0002\,000 im Monat verdienen. Der Durchschnitt liegt bei 2 0002\,000, der Median ebenfalls.

Jetzt kommt eine elfte Person dazu, die 200 000200\,000 verdient.

  • Das arithmetische Mittel schießt nach oben. Rechne nach: 10⋅2 000+200 00011=220 00011=20 000\frac{10 \cdot 2\,000 + 200\,000}{11} = \frac{220\,000}{11} = 20\,000 Das ist das Zehnfache dessen, was zehn der elf Personen tatsächlich verdienen.
  • Der Median wandert nur eine Position weiter und bleibt bei etwa 2 0002\,000.

Welche Zahl beschreibt die Gruppe besser? Der Median. Denn „im Durchschnitt verdienen hier alle 20 00020\,000" wäre für zehn der elf Personen schlicht falsch.

Warum das so ist

Beim Mittelwert geht jeder einzelne Wert mit seiner vollen Größe in die Summe ein, ein extremer Wert zieht das Ergebnis entsprechend weit mit.

Beim Median zählt dagegen nur die Reihenfolge, nicht die Größe. Ob der höchste Wert 3030 oder 3 000 0003\,000\,000 beträgt, ändert nichts daran, dass er der höchste ist.

Der Median ist deshalb robust gegen Ausreißer, das Mittel nicht.

Wann nimmt man was?

Situationbessere Kenngröße
Daten liegen dicht beieinanderbeide gleich gut
einzelne extreme Werte (Einkommen, Mieten, Hauspreise)Median
es soll gerecht aufgeteilt werdenMittel

Der letzte Fall ist wichtig: Sollen sich alle die Kosten teilen, brauchst du das Mittel, nur damit geht die Gesamtsumme auf. Der Median beantwortet die Frage „was ist typisch", das Mittel die Frage „wie viel für jeden".

In Zeitungen lohnt sich deshalb ein genauer Blick: Steht dort „Durchschnittseinkommen", kann eine kleine Gruppe von Spitzenverdienern die Zahl deutlich nach oben ziehen.

Erkläre es selbst: In einem Boxplot ist die linke Antenne ganz kurz und die rechte sehr lang. Ein Mitschüler schließt daraus, dass rechts mehr Messwerte liegen. Was antwortest du ihm?

Formuliere deine Antwort erst selbst, bevor du aufklappst.

Er verwechselt Länge mit Anzahl. Ein Boxplot teilt die geordneten Daten in vier gleich große Gruppen: Jedes Viertel der Werte liegt in einem der vier Abschnitte, linke Antenne, linke Boxhälfte, rechte Boxhälfte, rechte Antenne. Daran ändert die Länge nichts.

Was die Länge zeigt, ist die Streuung. Eine kurze linke Antenne heißt: Das unterste Viertel der Werte liegt dicht beieinander. Eine lange rechte Antenne heißt: Das oberste Viertel ist weit auseinandergezogen. Es sind genauso viele Werte, sie liegen nur verstreuter.

Und damit hast du zugleich einen Ausreißer-Melder. Genau so sieht der Fall aus, den du oben beim Einkommen gesehen hast: Ein einzelner sehr großer Wert zieht die Antenne weit nach rechts, ohne dass dort mehr Menschen wären. Wenn dir also eine Antenne auffallend lang vorkommt, lohnt der Vergleich von Mittel und Median.

Deine Antwort darf anders klingen. Wichtig ist der Kern: In jedem Abschnitt steckt ein Viertel der Daten, die Länge verrät, wie weit sie auseinanderliegen, nicht wie viele es sind.

Alle Kenngrößen einer Datenreihe

Die 7 Schülerinnen einer AG sind 12,14,11,12,13,12,2512, 14, 11, 12, 13, 12, 25 Jahre alt (die Leiterin zählt mit). Bestimme Minimum, Maximum, Spannweite, Modalwert, Median und arithmetisches Mittel.

  1. 1

    Der wichtigste erste Schritt: ordnen. Median und Quartile lassen sich nur an einer geordneten Liste ablesen. Ohne diesen Schritt sind Fehler fast sicher.

    11,  12,  12,  12,  13,  14,  2511, \; 12, \; 12, \; 12, \; 13, \; 14, \; 25

    Zähle nach: Es müssen weiterhin 77 Werte sein ✓

    Vorüberlegung: Die 2525 fällt aus der Reihe. Das ist die Leiterin. Solche Ausreißer beeinflussen Mittel und Median unterschiedlich; darauf kommen wir am Ende zurück.

  2. 2

    Schritt 1: Minimum, Maximum, Spannweite. In der geordneten Liste stehen sie ganz außen:

    Minimum=11Maximum=25\text{Minimum} = 11 \qquad \text{Maximum} = 25

    Die Spannweite ist die Differenz. Sie sagt, wie weit die Daten insgesamt streuen:

    25−11=14 Jahre25 - 11 = 14 \text{ Jahre}
  3. 3

    Schritt 2: Der Modalwert. Das ist der häufigste Wert. Zähle in der geordneten Liste:

    • 1111: einmal
    • 12\boldsymbol{12}: dreimal
    • 1313, 1414, 2525: je einmal
    Modalwert=12\text{Modalwert} = 12

    Hier zeigt sich der Vorteil des Ordnens: Gleiche Werte stehen beieinander und lassen sich leicht zählen.

  4. 4

    Schritt 3: Der Median. Er ist der Wert in der Mitte der geordneten Liste.

    Bei 77 Werten (ungerade Anzahl) gibt es genau eine Mitte, den 4.4. Wert:

    11,  12,  12,  12,  13,  14,  2511, \; 12, \; 12, \; \boldsymbol{12}, \; 13, \; 14, \; 25 Median=12\text{Median} = 12

    Zur Kontrolle: Links davon stehen 33 Werte, rechts ebenfalls 33 ✓

  5. 5

    Schritt 4: Das arithmetische Mittel. Alle Werte addieren und durch die Anzahl teilen:

    11+12+12+12+13+14+25=9911 + 12 + 12 + 12 + 13 + 14 + 25 = 99 Mittel=997≈14,1 Jahre\text{Mittel} = \frac{99}{7} \approx 14{,}1 \text{ Jahre}

    Auf eine Nachkommastelle ist bei Altersangaben üblich.

  6. 6

    Schritt 5: Die Ergebnisse vergleichen, darum geht es in dieser Aufgabe.

    Median=12aberMittel≈14,1\text{Median} = 12 \qquad\text{aber}\qquad \text{Mittel} \approx 14{,}1

    Das Mittel liegt höher als jeder Wert außer der 25, und höher als das Alter von 66 der 77 Personen.

    Der Grund ist die Leiterin. Ihre 2525 Jahre gehen mit vollem Gewicht in die Summe ein und ziehen den Durchschnitt nach oben. Der Median bleibt davon unberührt, weil dort nur die Position zählt.

  7. 7

    Schritt 6: Welche Zahl beschreibt die AG besser? Der Median mit 1212 Jahren.

    „Die Gruppe ist im Schnitt 1414 Jahre alt" wäre irreführend: Sechs der sieben sind jünger als dieser Durchschnitt, die älteste Schülerin ist 1414, und schon sie liegt unter den 14,114{,}1. Nur die Leiterin liegt darüber, und zwar sehr weit.

    Kontrolle der Plausibilität: Alle Kenngrößen liegen zwischen Minimum und Maximum (11≤12≤14,1≤2511 \le 12 \le 14{,}1 \le 25) ✓ Läge eine davon außerhalb, wäre ein Rechenfehler passiert.

Minimum 1111 · Maximum 2525 · Spannweite 1414 · Modalwert 1212 · Median 1212 · Mittel ≈14,1\approx 14{,}1 Jahre

Zum Mitnehmen: Immer zuerst ordnen. Der Ausreißer 2525 zieht das Mittel deutlich nach oben, während der Median bei 1212 bleibt. Er beschreibt die Gruppe hier ehrlicher.

Boxplot erstellen

Erstelle den Boxplot zu den (geordneten) Weitwurf-Weiten in Metern: 12,15,16,18,20,22,24,2612, 15, 16, 18, 20, 22, 24, 26 (8 Werte).

  1. 1

    Was braucht ein Boxplot? Genau fünf Zahlen:

    Minimum  −  Q1  −  Median  −  Q3  −  Maximum\text{Minimum} \;-\; Q_1 \;-\; \text{Median} \;-\; Q_3 \;-\; \text{Maximum}

    Die Daten sind bereits geordnet ✓, das spart den ersten Schritt.

    Achtung bei der Anzahl: 88 Werte sind eine gerade Anzahl. Es gibt also keinen einzelnen mittleren Wert; wir müssen mitteln.

  2. 2

    Schritt 1: Minimum und Maximum ablesen.

    Minimum=12 mMaximum=26 m\text{Minimum} = 12\,\text{m} \qquad \text{Maximum} = 26\,\text{m}
  3. 3

    Schritt 2: Den Median bestimmen. Bei 88 Werten liegt die Mitte zwischen dem 4.4. und dem 5.5. Wert:

    12,  15,  16,  18,  20,  22,  24,  2612, \; 15, \; 16, \; \boldsymbol{18}, \; \boldsymbol{20}, \; 22, \; 24, \; 26

    Der Median ist ihr Mittelwert:

    Median=18+202=19 m\text{Median} = \frac{18 + 20}{2} = 19\,\text{m}

    Der Median muss kein Wert der Liste sein, 1919 kommt hier gar nicht vor. Das ist völlig in Ordnung.

  4. 4

    Schritt 3: Das untere Quartil Q1Q_1. Es ist der Median der unteren Hälfte. Die untere Hälfte sind die ersten vier Werte:

    12,  15,  16,  1812, \; 15, \; 16, \; 18

    Wieder eine gerade Anzahl, also mitteln, diesmal den 2.2. und 3.3. Wert:

    Q1=15+162=15,5 mQ_1 = \frac{15 + 16}{2} = 15{,}5\,\text{m}
  5. 5

    Schritt 4: Das obere Quartil Q3Q_3. Analog aus der oberen Hälfte:

    20,  22,  24,  2620, \; 22, \; 24, \; 26 Q3=22+242=23 mQ_3 = \frac{22 + 24}{2} = 23\,\text{m}
  6. 6

    Schritt 5: Den Boxplot zeichnen. Auf einer Skala in Metern:

    • Die Box reicht von Q1=15,5Q_1 = 15{,}5 bis Q3=23Q_3 = 23.
    • Der Strich in der Box markiert den Median bei 1919.
    • Die Antennen gehen bis zum Minimum 1212 und zum Maximum 2626.
  7. 7

    Schritt 6: Den Boxplot lesen. Das ist sein eigentlicher Zweck.

    In der Box liegt die mittlere Hälfte der Daten. Von 88 Würfen liegen also 44 zwischen 15,515{,}5 und 2323 Metern.

    Die Antennen zeigen die Extreme: Je länger sie sind, desto weiter streuen die Randwerte.

    Kontrolle der Reihenfolge: Die fünf Zahlen müssen aufsteigend sein:

    12<15,5<19<23<26  ✓12 < 15{,}5 < 19 < 23 < 26 \;\checkmark

    Wäre etwa Q1Q_1 größer als der Median, läge ein Rechenfehler vor.

Minimum 1212 · Q1=15,5Q_1 = 15{,}5 · Median 1919 · Q3=23Q_3 = 23 · Maximum 2626 (alle in Metern)

Zum Mitnehmen: Bei gerader Anzahl wird gemittelt, beim Median wie bei den Quartilen. Die fünf Zahlen müssen am Ende aufsteigend sein; das ist die schnellste Kontrolle.

Typischer Fehler

„Median von 5,2,8,1,95, 2, 8, 1, 9? Der mittlere Wert ist die 8." (Liste nicht geordnet!)

Der Median ist der mittlere Wert der geordneten Liste! Erst sortieren: 1,2,5,8,91, 2, 5, 8, 9, jetzt steht in der Mitte die 55. Das Ordnen ist kein optionaler Zwischenschritt, sondern Teil der Median-Definition.

Übung 1

leicht

Bestimme Median, Modalwert und Spannweite: 3,1,4,1,5,1,23, 1, 4, 1, 5, 1, 2

Tipp anzeigen

Zuerst ordnen!

Lösung anzeigen

Geordnet: 1,1,1,2,3,4,51, 1, 1, 2, 3, 4, 5

Median (4. Wert): 22 · Modalwert: 11 · Spannweite: 5−1=45 - 1 = 4

Detaillierte Schritterklärung anzeigen

Hier wird jeder Schritt einzeln erklärt, vor allem, warum er gemacht wird.

Erklärungstiefe

✦ Empfohlen: Standard – Die normale Erklärungstiefe passt zum Einstieg.

  1. 1

    Daten ordnen

    Erst sortieren: 1,1,1,2,3,4,51, 1, 1, 2, 3, 4, 5, sieben Werte. Ohne Ordnung sind Median und Spannweite nicht ablesbar.

  2. 2

    Median und Modalwert ablesen

    Bei 77 Werten ist der 4.4. der mittlere: Median =2= 2. Der häufigste Wert (dreimal die 11): Modalwert =1= 1.

  3. 3

    Spannweite berechnen

    Spannweite = größter minus kleinster Wert: 5−1=45 - 1 = 4.

Übung 2

mittel

Die Mathearbeit von 10 Kindern: 1,2,2,2,3,3,4,4,5,61, 2, 2, 2, 3, 3, 4, 4, 5, 6. Berechne arithmetisches Mittel und Median. Welche Note müsste ein elftes Kind schreiben, damit das Mittel genau 3,0 beträgt?

Tipp anzeigen

Für Teil 2: Wie groß muss die Gesamtsumme bei 11 Kindern sein?

Lösung anzeigen

Summe: 3232 → Mittel: 32:10=3,232 : 10 = 3{,}2 · Median: 3+32=3\frac{3+3}{2} = 3

Ziel: 11⋅3,0=3311 \cdot 3{,}0 = 33 → das elfte Kind braucht 33−32=133 - 32 = 1, eine glatte 1.

Detaillierte Schritterklärung anzeigen

Hier wird jeder Schritt einzeln erklärt, vor allem, warum er gemacht wird.

Erklärungstiefe

✦ Empfohlen: Standard – Die normale Erklärungstiefe passt zum Einstieg.

  1. 1

    Arithmetisches Mittel berechnen

    Alle Noten addieren: 1+2+2+2+3+3+4+4+5+6=321+2+2+2+3+3+4+4+5+6 = 32. Durch die Anzahl teilen: 32:10=3,232 : 10 = 3{,}2.

    32:10=3,232 : 10 = 3{,}2

  2. 2

    Median bei gerader Anzahl

    Bei 1010 Werten gibt es keinen einzelnen mittleren, der Median ist der Durchschnitt des 5.5. und 6.6. Werts: 3+32=3\frac{3+3}{2} = 3.

  3. 3

    Rückwärtsaufgabe: das elfte Kind

    Ziel-Mittel 3,03{,}0 bei 1111 Kindern verlangt die Gesamtsumme 11⋅3,0=3311 \cdot 3{,}0 = 33. Bisher sind es 3232, das elfte Kind braucht eine 33−32=133 - 32 = 1.

    11⋅3,0−32=111 \cdot 3{,}0 - 32 = 1

Zwei Verteilungen im Vergleich

Klasse A1415161718Klasse B1314,51618,521131415161718192021s

Die 100-m-Zeiten beider Klassen als Boxplots auf derselben Skala, nur so ist der Vergleich fair. Lies zuerst die Lage des Medianstrichs ab, dann die Länge von Box und Antennen. Das ist die Arbeitsgrundlage für die folgende Übung.

Übung 3

schwer

Zwei Boxplots der 100-m-Zeiten (Sekunden): Klasse A: Min 14, Q1Q_1 15, Median 16, Q3Q_3 17, Max 18. Klasse B: Min 13, Q1Q_1 14,5, Median 16, Q3Q_3 18,5, Max 21. a) Welche Klasse läuft „typischerweise" gleich schnell? b) Welche Klasse ist ausgeglichener? c) In welcher Klasse läuft das schnellste Kind?

Tipp anzeigen

Median = typisch; Boxlänge und Spannweite = Streuung.

Lösung anzeigen

a) Beide Mediane sind 16 s, typisch gleich schnell.

b) Klasse A: Box (15–17) und Spannweite (4 s) sind deutlich kompakter als bei B (Box 14,5–18,5; Spannweite 8 s).

c) Klasse B, ihr Minimum (13 s) ist das schnellste. B hat die Extreme, A die Gleichmäßigkeit.

Detaillierte Schritterklärung anzeigen

Hier wird jeder Schritt einzeln erklärt, vor allem, warum er gemacht wird.

Erklärungstiefe

✦ Empfohlen: Standard – Die normale Erklärungstiefe passt zum Einstieg.

  1. 1

    a) Typisches Tempo: Mediane vergleichen

    „Typisch" meint den Median, die Mitte der Mannschaft. Beide Klassen haben Median 1616 s: typischerweise gleich schnell.

  2. 2

    b) Ausgeglichenheit: Box und Spannweite

    Klasse A: Box von 1515 bis 1717 (Breite 22), Spannweite 18−14=418-14 = 4. Klasse B: Box 14,514{,}5–18,518{,}5 (Breite 44), Spannweite 21−13=821-13 = 8. A ist deutlich kompakter, ausgeglichener.

  3. 3

    c) Das schnellste Kind finden

    Die schnellste Zeit ist das MINIMUM (kleinste Zahl = kürzeste Laufzeit): Klasse B mit 1313 s gegen A mit 1414 s. Das schnellste Kind läuft in B.

Zusammenfassung

Kenngrößen verdichten Daten: Spannweite misst die Streubreite, Modalwert das Häufigste, das arithmetische Mittel den rechnerischen Durchschnitt und der Median die robuste Mitte der geordneten Liste. Der Boxplot vereint fünf Kenngrößen in einem Bild, und der Vergleich von Mittel und Median entlarvt Ausreißer.