Mechanik
Gleichmäßig beschleunigte Bewegung und freier Fall
Was Beschleunigung wirklich misst, warum der Weg quadratisch mit der Zeit wächst und wie der freie Fall daraus folgt.
Benötigte Grundlagen
Dieses Vorwissen brauchst du für das Kapitel. Schau kurz nach, wenn dir etwas davon nicht mehr präsent ist, sonst leg direkt los.
Einführung
Ein Auto bremst aus in etwa zum Stehen. Aus braucht es nicht , sondern rund .
Doppeltes Tempo, vierfacher Bremsweg. Dieser Zusammenhang ist keine Eigenheit von Autos, sondern folgt zwingend aus der Mathematik der beschleunigten Bewegung, und er ist der wichtigste Grund für Geschwindigkeitsbegrenzungen. In diesem Kapitel entsteht er Schritt für Schritt, zusammen mit den Gesetzen, die auch für den freien Fall gelten.
Das kannst du nach diesem Kapitel
die Beschleunigung als Größe charakterisieren und berechnen.
die gleichmäßig beschleunigte Bewegung mit ihren Gleichungen beschreiben.
begründen, warum der Weg quadratisch mit der Zeit wächst.
v-t- und s-t-Diagramme beschleunigter Bewegungen deuten.
den freien Fall als Sonderfall behandeln.
den Zusammenhang zwischen und Bremsweg erklären.
Die Beschleunigung
Ändert sich die eines Körpers, so ist er beschleunigt. Wie schnell sie sich ändert, gibt die Beschleunigung an:
Einheit:
heißt wörtlich: In jeder Sekunde nimmt die Geschwindigkeit um zu. Nach einer Sekunde , nach zwei Sekunden und so fort.
🔴 In der Physik heißt auch das Langsamerwerden „Beschleunigung", dann mit negativem Vorzeichen. Man spricht von Verzögerung oder Bremsverzögerung. Es gibt keine eigene Größe dafür.
Größenordnungen:
| Vorgang | in |
|---|---|
| Anfahren eines Zuges | 0,5 |
| Auto beim Beschleunigen | 3 |
| Vollbremsung (trocken) | 8 |
| freier Fall | 9,81 |
| Sportwagen (Start) | 12 |
Die gleichmäßig beschleunigte Bewegung
Gleichmäßig beschleunigt heißt: ist konstant, die wächst in gleichen Zeitabschnitten um gleiche Beträge.
Geschwindigkeit. Aus der Definition von folgt durch Umstellen sofort:
Weg. Hier kann man nicht einfach nehmen, denn ändert sich ja ständig. Welches sollte man einsetzen?
Der Ausweg führt über das v-t-Diagramm. Dort ist die Fläche unter dem Graphen der Weg, und bei gleichmäßiger Beschleunigung ist der Graph eine Ursprungsgerade. Die Fläche darunter ist ein Dreieck:
Setzt man ein:
🔴 Der Faktor ist kein Trick. Er kommt daher, dass die Geschwindigkeit bei null beginnt und erst allmählich wächst. Man legt also im Mittel nur die halbe Endgeschwindigkeit zurück. Gleichwertig: Man rechnet mit der mittleren Geschwindigkeit und erhält .
Dieselbe Struktur kennst du schon von der Spannarbeit einer Feder in Klasse 8: Auch dort ein Dreieck, auch dort ein , und aus demselben Grund.
Ohne Zeit. Setzt man in die Wegformel ein, entsteht eine Gleichung, die die Zeit nicht mehr enthält:
Genau diese Form braucht man beim Bremsweg.
Die Diagramme
| gleichförmig | gleichmäßig beschleunigt | |
|---|---|---|
| a-t | auf der Nulllinie | waagerechte Linie über null |
| v-t | waagerechte Linie | Gerade durch den Ursprung |
| s-t | Gerade | Parabel (nach oben gekrümmt) |
Die Parabel im s-t-Diagramm ist der sichtbare Ausdruck des : In jedem weiteren Zeitabschnitt wird ein größerer Weg zurückgelegt, weil man ja schneller geworden ist.
Zwei Ableseregeln, die durchgehend gelten:
- Die Steigung im s-t-Diagramm ist die .
- Die Fläche unter dem v-t-Graphen ist der Weg.
- Zusätzlich: Die Steigung im v-t-Diagramm ist die Beschleunigung.
Dieselbe Bewegung, zwei Diagramme. Links eine Gerade durch den Ursprung, rechts eine Parabel und beide beschreiben denselben Vorgang. Wer die Diagramme verwechselt, liest aus derselben Kurve Gegenteiliges heraus.
Der freie Fall
Der freie Fall ist die gleichmäßig beschleunigte Bewegung ohne Anfangsgeschwindigkeit, wenn man den Luftwiderstand vernachlässigt. Die Beschleunigung ist dann die Fallbeschleunigung
Die Gleichungen sind dieselben, nur mit statt :
🔴 Alle Körper fallen gleich schnell, unabhängig von ihrer . In den Gleichungen kommt gar nicht vor. Dass eine Feder langsamer fällt als ein Stein, liegt am Luftwiderstand, nicht an der Masse. In einer luftleeren Röhre fallen Feder und Bleikugel exakt gleich schnell, und genau dieser Versuch wurde 1971 auf dem Mond mit Hammer und Falkenfeder öffentlich vorgeführt.
Diesen Zusammenhang hattest du bereits in Klasse 7 im ersten Kapitel gemessen und in Klasse 8 über die Energieerhaltung begründet. Jetzt steht er auch in der Bewegungsgleichung.
Zur Ehrlichkeit: In der Luft gilt der freie Fall nur näherungsweise und nur für kurze Fallzeiten. Mit wachsender nimmt der Luftwiderstand zu, bis er die ausgleicht. Ab dann fällt der Körper gleichförmig mit seiner Endgeschwindigkeit: bei einem Menschen ohne Schirm etwa , mit geöffnetem Schirm rund .
Rechne die drei Fallwege nach: 19,6 cm · 3 ergibt 58,9 cm, 19,6 cm · 5 ergibt 98,1 cm. Die Wege verhalten sich wie 1 : 3 : 5, weil der Weg quadratisch wächst. Die dagegen nimmt in jedem Abschnitt um denselben Betrag zu.
Der Bremsweg
Aus folgt unmittelbar: Der Bremsweg wächst mit dem Quadrat der .
- doppelte Geschwindigkeit bedeutet vierfachen Bremsweg
- dreifache Geschwindigkeit bedeutet neunfachen Bremsweg
Dazu kommt der Reaktionsweg, den das Fahrzeug während der Schrecksekunde ungebremst zurücklegt. Er wächst nur linear mit der Geschwindigkeit, weil die Reaktionszeit gleich bleibt.
Die Fahrschulformeln für trockene Straße lauten (mit in ):
Sie sind nichts anderes als die obigen Gesetze in bequemer Form: Der Reaktionsweg ist linear, der Bremsweg quadratisch.
Bei doppelter verdoppelt sich der Reaktionsweg, aber der Bremsweg wird viermal so lang. Deshalb wächst der Anhalteweg von 40 m auf 130 m, also weit mehr als aufs Doppelte.
Beschleunigung, Weg und Endgeschwindigkeit
Ein Auto beschleunigt aus dem Stand gleichmäßig mit .
a) Welche hat es nach (in und )?
b) Welchen Weg hat es dabei zurückgelegt?
c) Nach welchem Weg erreicht es ?
d) Wie lange dauert das?
- 1
a) Geschwindigkeit nach der Zeit:
Die Einheit: . Passt.
Umgerechnet: .
- 2
b) Weg mit der Wegformel:
Kontrolle über die mittlere Geschwindigkeit: Sie beträgt , in also . Stimmt überein.
🔴 Wer hier rechnet, verdoppelt das Ergebnis. Das Auto war ja nicht die ganze Zeit schnell.
- 3
c) Weg ohne Zeit. Erst umrechnen: .
- 4
d) Zeit aus der Geschwindigkeitsformel:
Ein Wert, den man aus Autotests kennt („ auf in Sekunden"). Die Größenordnung passt also zur Wirklichkeit.
Gegenprobe mit der Wegformel: . Stimmt mit c) überein.
a) b) c) rund d) etwa .
Freier Fall vom Turm
Ein Stein fällt von einem hohen Turm (, Luftwiderstand vernachlässigt).
a) Wie lange fällt er?
b) Mit welcher schlägt er auf?
c) Welchen Weg legt er in der ersten und welchen in der dritten Sekunde zurück?
d) Ein doppelt so schwerer Stein wird gleichzeitig fallen gelassen. Was passiert?
- 1
a) Fallzeit aus der Wegformel. Gegeben ist der Weg, gesucht die Zeit:
- 2
b) Aufprallgeschwindigkeit über die Zeit:
Kontrolle ohne Zeit: . Passt.
- 3
c) Weg in einzelnen Sekunden. Man berechnet die Gesamtwege und bildet die Differenz:
Erste Sekunde:
Dritte Sekunde:
- 4
Das Muster dahinter. Die Wege in den aufeinanderfolgenden Sekunden verhalten sich wie
also wie die ungeraden Zahlen. Das ist eine direkte Folge des und war eine der ersten quantitativen Entdeckungen Galileis, gemessen an der schiefen Ebene, weil er den freien Fall nicht schnell genug stoppen konnte.
🔴 Man sieht hier gut, warum ein Sturz aus großer Höhe so viel gefährlicher ist als aus kleiner: Nicht die Zeit verdreifacht die Wirkung, sondern der Weg wächst quadratisch.
- 5
d) Er kommt gleichzeitig an. In keiner der Gleichungen kommt die Masse vor:
Beide hängen nur von Fallhöhe und Fallbeschleunigung ab.
Warum das der Anschauung widerspricht: Im Alltag fallen leichte Gegenstände oft langsamer, aber das liegt am Luftwiderstand, der bei großer Oberfläche und kleiner Masse besonders stark bremst. Bei zwei kompakten Steinen ist er vernachlässigbar, und sie kommen tatsächlich gleichzeitig an.
a) b) c) und d) gleichzeitig, weil die in den Gleichungen nicht vorkommt.
Typischer Fehler
„Bei doppelter ist der Bremsweg doppelt so lang."
Er ist viermal so lang. Der Grund steht in der Formel:
Die Geschwindigkeit steht im Quadrat. Verdoppelt man sie, vervierfacht sich der Bremsweg.
In Zahlen (Vollbremsung, trockene Straße, ):
| Geschwindigkeit | Bremsweg |
|---|---|
| rund | |
| rund | |
| rund |
Woher der Denkfehler kommt: Der Reaktionsweg wächst tatsächlich nur linear, weil die Schrecksekunde immer gleich lang ist. Wer beide Anteile vermischt, kommt auf ein lineares Gefühl.
Warum es lebenswichtig ist: Ein Kind läuft vor dem Auto auf die Straße.
- Bei : Reaktionsweg rund plus Bremsweg , macht . Das Auto steht rechtzeitig.
- Bei : Reaktionsweg rund plus Bremsweg , macht . Das Auto trifft das Kind mit noch etwa .
Nur mehr, und aus „gerade noch gestanden" wird ein Aufprall mit fast voller Geschwindigkeit. Genau das ist der physikalische Grund für Tempo vor Schulen.
Und derselbe Zusammenhang steckt in der : wächst ebenfalls quadratisch, und beim Bremsen muss genau diese Energie in umgewandelt werden.
Übung 1
leichtEin Radfahrer beschleunigt gleichmäßig aus dem Stand mit .
a) Welche hat er nach ?
b) Welchen Weg legt er dabei zurück?
c) Was bedeutet in Worten?
Tipp anzeigen
b) Nicht benutzen.
Lösung anzeigen
a)
b)
Kontrolle über die mittlere Geschwindigkeit: , in also . Passt.
c) In jeder Sekunde nimmt die Geschwindigkeit um zu. Nach einer Sekunde ist er schnell, nach zwei Sekunden und so weiter.
Detaillierte Schritterklärung anzeigen
Hier wird jeder Schritt einzeln erklärt, vor allem, warum er gemacht wird.
✦ Empfohlen: Standard – Die normale Erklärungstiefe passt zum Einstieg.
- 1
Gegeben und Gesucht beim beschleunigenden Radfahrer
Gegeben: Start aus dem Stand (), , . Gesucht: a) die Geschwindigkeit, b) der Weg, c) die Bedeutung des Zahlenwerts von .
- 2
Zwei Formeln für Geschwindigkeit und Weg
Aus dem Stand gilt und . Der Faktor und das Quadrat unterscheiden die Wegformel deutlich von .
- 3
a) und b) Endgeschwindigkeit und zurückgelegter Weg
Erst , dann mit .
;
Zwischenergebnis
,
- 4
c) Ergebnis deuten: was die Einheit der Beschleunigung sagt
heißt: In jeder Sekunde nimmt die Geschwindigkeit um zu. Nach einer Sekunde , nach zwei Sekunden und so weiter.
Übung 2
mittelEin Auto fährt und bremst mit .
a) Wie lange dauert die Bremsung bis zum Stillstand?
b) Wie lang ist der Bremsweg?
c) Wie lang wäre er bei ?
d) Berechne für beide Fälle den Anhalteweg bei Reaktionszeit.
Tipp anzeigen
Zuerst in umrechnen.
Lösung anzeigen
a)
b)
c)
Das ist genau das Vierfache von b), obwohl die nur verdoppelt wurde.
d) Der Reaktionsweg wird mit unverminderter Geschwindigkeit zurückgelegt:
Bei : , Anhalteweg
Bei : , Anhalteweg
Beachte den Unterschied: Der Reaktionsweg verdoppelt sich (linear), der Bremsweg vervierfacht sich (quadratisch). Der Anhalteweg wächst deshalb etwa auf das Dreifache, nicht auf das Doppelte.
Detaillierte Schritterklärung anzeigen
Hier wird jeder Schritt einzeln erklärt, vor allem, warum er gemacht wird.
✦ Empfohlen: Standard – Die normale Erklärungstiefe passt zum Einstieg.
- 1
Gegeben und Gesucht beim Bremsvorgang
Gegeben: , Bremsverzögerung ; in c) und in d) eine Reaktionszeit von . Gesucht: Bremsdauer, Bremsweg und Anhalteweg.
- 2
Beide Geschwindigkeiten in Meter je Sekunde
Durch teilen: und .
;
Zwischenergebnis
bzw.
- 3
Die beiden Bremsformeln
Bis zum Stillstand gilt und . Die Zeit hängt linear, der Weg quadratisch von der Anfangsgeschwindigkeit ab.
- 4
a) bis c) Bremszeit und beide Bremswege
Zeit und Weg für , danach der Weg für .
; ;
Zwischenergebnis
; bzw.
- 5
d) Ergebnis deuten: Reaktionsweg linear, Bremsweg quadratisch
Der Reaktionsweg wird mit unverminderter Geschwindigkeit zurückgelegt: , also bzw. . Anhalteweg: und .
Übung 3
schwera) Begründe, warum in der Wegformel der Faktor steht.
b) Ein Stein fällt lang. Wie tief ist der Brunnen ()?
c) Ein zweiter Brunnen ist doppelt so tief. Fällt der Stein doppelt so lange? Rechne nach.
d) Warum erreicht ein Fallschirmspringer nach einiger Zeit eine konstante , obwohl er weiter fällt?
Tipp anzeigen
a) Denke an die Fläche unter dem v-t-Graphen.
Lösung anzeigen
a) Bei gleichmäßiger Beschleunigung ist der v-t-Graph eine Ursprungsgerade: Die Geschwindigkeit startet bei null und wächst gleichmäßig bis .
Der zurückgelegte Weg ist die Fläche unter diesem Graphen, und die ist ein Dreieck, kein Rechteck:
Gleichwertig gedacht: Der Körper war nicht die ganze Zeit schnell, sondern im Mittel nur halb so schnell. Deshalb rechnet man mit .
Ein Rechteck () würde die doppelte Fläche liefern und wäre falsch.
b)
c) Nein, er fällt nicht doppelt so lange.
Das ist nur das -fache (), nicht das Doppelte.
Grund: Der Weg wächst mit , also wächst die Zeit nur mit . Für die doppelte Tiefe braucht man deshalb die -fache Zeit. Umgekehrt: Doppelte Fallzeit ergäbe die vierfache Tiefe.
Nebenbei liefert das eine bekannte Abschätzung: Fallzeit in Sekunden quadrieren und mit multiplizieren ergibt die Tiefe in Metern.
d) Weil der Luftwiderstand mit der Geschwindigkeit wächst.
Zu Beginn wirkt fast nur die nach unten, der Springer wird mit annähernd beschleunigt. Je schneller er wird, desto größer wird die bremsende Luftwiderstandskraft.
Irgendwann sind beide gleich groß und entgegengesetzt. Dann ist die resultierende Kraft null, es liegt Kräftegleichgewicht vor, und ohne resultierende Kraft ändert sich der Bewegungszustand nicht mehr: Der Springer fällt gleichförmig weiter mit seiner Endgeschwindigkeit.
Größenordnungen: ohne Schirm etwa (bauchlage), mit geöffnetem Schirm rund . Der Schirm vergrößert die Fläche und damit den Luftwiderstand drastisch, sodass sich das Gleichgewicht bei viel kleinerer Geschwindigkeit einstellt.
🔴 Das zeigt zugleich die Grenze des Modells „freier Fall": Es gilt nur, solange der Luftwiderstand vernachlässigbar ist, also für kompakte Körper und kurze Fallzeiten.
Detaillierte Schritterklärung anzeigen
Hier wird jeder Schritt einzeln erklärt, vor allem, warum er gemacht wird.
✦ Empfohlen: Standard – Die normale Erklärungstiefe passt zum Einstieg.
- 1
Gegeben und Gesucht rund um den Brunnen
Gegeben: Fallzeit und ; in c) ein doppelt so tiefer Brunnen. Gesucht: die Begründung des Faktors , die Tiefe, die neue Fallzeit und eine Erklärung zum Fallschirmspringer.
- 2
a) Warum der Faktor ein Halb dasteht
Bei gleichmäßiger Beschleunigung ist der v-t-Graph eine Ursprungsgerade: Die Geschwindigkeit startet bei null und wächst bis . Der Weg ist die Fläche darunter, und die ist ein Dreieck: .
- 3
b) Die Tiefe des ersten Brunnens
Fallzeit einsetzen: mit .
Zwischenergebnis
- 4
c) Die Wegformel nach der Zeit umstellen
Aus folgt und damit . Weil die Zeit unter einer Wurzel steht, wächst sie nicht proportional zur Tiefe.
- 5
c) Die Fallzeit im doppelt so tiefen Brunnen
Mit ergibt sich . Das ist nur das -fache (), nicht das Doppelte.
Zwischenergebnis
- 6
d) Ergebnis deuten: wo das Modell des freien Falls endet
Der Luftwiderstand wächst mit der Geschwindigkeit. Zu Beginn wirkt fast nur die Gewichtskraft, der Springer wird mit annähernd beschleunigt; je schneller er wird, desto größer die bremsende Kraft. Irgendwann sind beide gleich groß und entgegengesetzt: Kräftegleichgewicht, und ohne resultierende Kraft ändert sich der Bewegungszustand nicht mehr.
Zusammenfassung
Die Beschleunigung misst, wie schnell sich die ändert, und auch das Bremsen zählt dazu, nur mit negativem Vorzeichen. Bei gleichmäßiger Beschleunigung wächst die Geschwindigkeit linear mit der Zeit, der Weg dagegen quadratisch: Weil die Fläche unter dem v-t-Graphen ein Dreieck ist, steht in der Faktor ein halb. Im v-t-Diagramm entsteht dadurch eine Gerade und im s-t-Diagramm eine Parabel. Der freie Fall ist derselbe Vorgang mit , und weil die in keiner der Gleichungen vorkommt, fallen alle Körper gleich schnell; abweichendes Verhalten geht auf den Luftwiderstand zurück. Aus folgt schließlich der wichtigste Alltagsschluss dieses Kapitels: Der Bremsweg wächst mit dem Quadrat der Geschwindigkeit, während der Reaktionsweg nur linear zunimmt.


