Ohmsches Gesetz
Worum geht es?
Das behauptet einen bemerkenswert einfachen Zusammenhang: Bei konstanter ist die durch einen Metallleiter proportional zur angelegten , . Dieses prüft die Behauptung, wie es die Physik immer tut: durch eine Messreihe, deren Auswertung zeigt, ob der Quotient tatsächlich konstant bleibt.
Warum macht man dieses Experiment?
Das ist das Arbeitspferd jeder Schaltungsrechnung: Reihen- und Parallelschaltung, Spannungsteiler, Leistungsberechnung setzen es voraus. Genauso wichtig ist aber die Methode dieses Versuchs: Eine physikalische Gesetzesbehauptung wird nicht durch ein einzelnes Zahlenpaar geprüft, sondern durch eine Messreihe mit anschließender Proportionalitätsprüfung. Und schließlich lernst du die Grenze kennen: „Gesetz“ heißt hier nicht „gilt immer“, sondern „gilt unter benannten Bedingungen“, nämlich bei konstanter .
Die physikalische Idee
Die wird schrittweise erhöht, die jeweils gemessen. Ist , dann müssen alle Wertepaare denselben Quotienten liefern, und die Messpunkte liegen im --Diagramm auf einer Ursprungsgeraden. Beides wird geprüft; jede der beiden Darstellungen kann Abweichungen zeigen, die die andere versteckt.
Benötigtes Vorwissen
Für dieses Experiment hilft dir dieses Vorwissen. Du kannst es jederzeit nachschlagen — das Experiment bleibt auch so verständlich.
- Spannung und Stromstärke messen
- Proportionalität und Ursprungsgerade (Mathematik)
Wissenschaftliche Einordnung
Georg Simon Ohm veröffentlichte den Zusammenhang 1826/27. Zeitgenossen nahmen ihn zunächst kaum ernst, auch weil präzise Strom- und Spannungsmessungen damals schwierig waren; heute ist das Gesetz die Grundlage jeder Schaltungsberechnung.
Versuchsziel
Aktuelles Versuchsziel
Proportionalität von U und I prüfen
Prüfe an einem Metallwiderstand die Behauptung : Nimm eine Messreihe mit mindestens fünf Spannungswerten auf und untersuche, ob der Quotient konstant ist und die Messpunkte auf einer Ursprungsgeraden liegen.
Gemessen
- — Spannung (in )
Die unabhängige Größe: Sie wird gezielt in Schritten eingestellt.
- — Stromstärke (in )
Die abhängige Größe: die Antwort des Bauteils auf jede eingestellte Spannung.
Berechnet
- — Widerstand (in )
Prüfgröße der Proportionalität: Ist für alle Wertepaare gleich, ist das Gesetz bestätigt.
Der Weg von der Messung zum Ergebnis:
Für diese Zielsetzung brauchst du:
- Die zu prüfende Gesetzesaussage in Quotientenform: Konstanz des Quotienten ist gleichbedeutend mit Proportionalität.Zur Formelsammlung
Versuchsprotokoll
So ist ein physikalisches Versuchsprotokoll aufgebaut. Die Reihenfolge ist immer dieselbe — die Inhalte gehören zu deinem gewählten Versuchsziel.
1Aufgabenstellung
Untersuche für einen Festwiderstand (Nennwert ), wie die von der angelegten abhängt. Erhöhe die Spannung in fünf Schritten von bis , miss jeweils und werte die Reihe auf Proportionalität aus.
2Vorbetrachtung
Was heißt „proportional“ und wie prüft man es? bedeutet: Verdoppelt sich , verdoppelt sich ; der Quotient ist für alle Wertepaare derselbe. Daraus folgen zwei gleichwertige Prüfverfahren:
- Quotientenprobe: Für jedes Wertepaar berechnen; die Werte müssen (im Rahmen der Messgenauigkeit) übereinstimmen.
- Diagrammprobe: Die Punkte eintragen; sie müssen auf einer Geraden durch den Ursprung liegen. Eine Gerade, die die Achse daneben schneidet, wäre linear, aber nicht proportional.
Warum eine ganze Reihe? Zwei Punkte lassen sich immer durch eine Ursprungsgerade „bestätigen“, wenn man großzügig rundet. Erst mehrere Punkte über einen weiten Bereich machen die Prüfung streng: Jede systematische Krümmung würde sichtbar.
3Geräte / Stoffe
Messschaltung der U-I-Methode. Wichtig ist die Belastbarkeit des Prüflings: mindestens 2 W bei den hier gewählten Werten, besser mehr.
Regelbares Netzgerät (Gleichspannung)
Liefert die schrittweise erhöhte .
Festwiderstand 50 Ω (belastbar) oder Konstantandraht
Prüfling mit temperaturstabilem Widerstand: Nur so bleibt die Gültigkeitsbedingung des Gesetzes erfüllt.
Amperemeter
Misst die (in Reihe).
Voltmeter
Misst die am Prüfling (parallel).
Schalter und Leitungen
Ermöglichen stromlose Pausen zwischen den Messpunkten.
4Skizze des Versuchsaufbaus
Schaltplan: regelbare Quelle, Amperemeter in Reihe, Prüfling, Voltmeter parallel zum Prüfling. Neben die Skizze gehört die vorbereitete Wertetabelle mit Spalten für U, I und den Quotienten U/I.
So sieht die Erwartung aus: Messpunkte auf einer Ursprungsgeraden im --Diagramm. Die Steigung der Geraden gehört zum Kehrwert des Widerstands: Ein steilerer Anstieg bedeutet einen kleineren Widerstand.
Aufbau wie bei der U-I-Methode: regelbare Gleichspannungsquelle, Amperemeter in Reihe mit dem Prüfling (Festwiderstand oder Konstantandraht), Voltmeter parallel dazu. Neu ist der systematische Durchlauf: Die wird in gleichmäßigen Schritten erhöht.
5Durchführung
Schritt 1: Schaltung aufbauen, Quelle auf stellen.
Schritt 2: Schalter schließen, und gleichzeitig ablesen, Schalter öffnen, Werte notieren.
Schritt 3: auf den nächsten Schritt erhöhen (, , , ) und Schritt 2 wiederholen.
Schritt 4: Direkt nach der Reihe den ersten Messpunkt () wiederholen: Stimmt er noch, war die während der Reihe stabil.
6Beobachtung
| in | in |
|---|---|
| 2,0 | 40 |
| 4,0 | 80 |
| 6,0 | 120 |
| 8,0 | 160 |
| 10,0 | 200 |
Beispieldaten zur Veranschaulichung — keine echten Messwerte.
7Auswertung
Schritt 1: Quotientenprobe. Für jedes Wertepaar wird berechnet (Strom in Ampere):
Alle fünf Quotienten stimmen überein: Die Proportionalität ist über den gesamten Bereich bestätigt, und der Widerstand des Bauteils beträgt .
Schritt 2: Diagrammprobe. Die fünf Punkte liegen auf einer Ursprungsgeraden. Beide Proben zusammen sind stärker als jede allein: Die Quotientenprobe entdeckt einzelne Ausreißer, die Diagrammprobe systematische Krümmung.
Schritt 3: Aussagekraft einordnen. Bestätigt ist das Gesetz für diesen Leiter in diesem Spannungsbereich bei konstanter . Die Messreihe kann nicht beweisen, dass es für alle Metalle und alle Bereiche gilt; sie kann die Behauptung nur stützen oder widerlegen. Diese Bescheidenheit gehört zur Gesetzesprüfung dazu.
8Fazit
Für den untersuchten Metallwiderstand gilt : Alle Quotienten liegen bei , die Messpunkte bilden eine Ursprungsgerade. Das ist damit für diesen Leiter unter der Bedingung konstanter bestätigt.
9Fehlerbetrachtung
Bei einer Gesetzesprüfung zählen vor allem die Fehler, die eine scheinbare Abweichung vom Gesetz erzeugen könnten:
Erwärmung des Prüflings während der Reiheeher systematisch
- Ursache
Bei den hohen Spannungswerten steigt die umgesetzte quadratisch; die des Bauteils steigt.
- Auswirkung
Die letzten Quotienten fallen systematisch zu groß aus; die Kennlinie krümmt sich, als wäre das Gesetz verletzt.
- Verbesserung
Kurze Messfenster, Pausen, belastbares Bauteil oder Konstantandraht; Kontrollmessung des ersten Punkts am Ende.
Nullpunktfehler eines Messgerätseher systematisch
- Ursache
Ein analoges Gerät steht ohne Signal nicht exakt auf null.
- Auswirkung
Alle Werte einer Größe sind um einen festen Betrag verschoben: Die Gerade im Diagramm verfehlt den Ursprung, obwohl die Punkte perfekt auf ihr liegen. Die Diagrammprobe deckt genau das auf.
- Verbesserung
Nullpunkt vor der Messung justieren; Achsenabschnitt im Diagramm bewusst prüfen statt die Gerade automatisch durch den Ursprung zu zwingen.
Ablesefehler bei kleinen Ausschlägeneher zufällig
- Ursache
Beim kleinsten Spannungswert schlägt das Amperemeter nur wenig aus.
- Auswirkung
Der erste Quotient streut am stärksten (relative Ablesegenauigkeit am schlechtesten).
- Verbesserung
Messbereich je Messpunkt anpassen, sodass der Zeiger immer weit ausschlägt.
Das Wichtigste
- Das Gesetz
Bei konstanter gilt für Metallleiter : Der Quotient ist eine Konstante des Bauteils.
- Prüfmethode
Messreihe statt Einzelmessung: Konstanz des Quotienten und Ursprungsgerade im Diagramm sind die beiden Proportionalitätsproben.
- Gültigkeitsgrenze
Das Gesetz setzt konstante voraus. Bauteile, deren Temperatur sich mit dem Strom ändert (Glühlampe), oder (Diode) folgen ihm nicht.
- Methodenlehre
Ein physikalisches Gesetz wird mit benannten Bedingungen formuliert; die Prüfung testet beides, den Zusammenhang und seine Grenzen.